Ostermarsch in Berlin: Darum kommen immer weniger

Von Fabian Nitschmann

Berlin - Hunderte Menschen haben am diesjährigen Ostermarsch in Berlin teilgenommen. Nach Angaben der Polizei kamen etwa 1000 Teilnehmer.

Beim Berliner Ostermasch sind viele Iran-Flaggen zu sehen.
Beim Berliner Ostermasch sind viele Iran-Flaggen zu sehen.  © Christophe Gateau/dpa

Neben der weißen Taube auf blauem Grund waren auch viele iranische Flaggen zu sehen sowie einige pro-palästinensische Demonstranten.

Der Ostermarsch stand dieses Jahr unter dem Motto "Demonstration für Frieden". Nach einer Auftaktkundgebung am Mauerpark in Prenzlauer Berg zog die Demo unter anderem über die Bernauer Straße, Granseer Straße, Swinemünder Straße, Kastanienallee, Schönhauser Allee und Eberswalder Straße.

Zum Ostermarsch aufgerufen wird von der Friedenskoordination Berlin. Sie kritisiert unter anderem jegliche Aufrüstungspläne für die Bundeswehr sowie die Wiedereinführung der Wehrpflicht.

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Das Bündnis lehnt zudem Waffenlieferungen an die Ukraine und nach Israel ab. Trotz der russischen Aggression in der Ukraine warnt die Friedenskoordination vor einem "Feindbild Russland".

Eine Teilnehmerin zeigt den Weg zum Frieden.
Eine Teilnehmerin zeigt den Weg zum Frieden.  © Christophe Gateau/dpa

Ostermärsche weitaus kleiner als früher – und im Wandel

Die Ostermärsche haben in den vergangenen Jahrzehnten an Zugkraft verloren. In den 1980er Jahren gingen bundesweit regelmäßig Hunderttausende auf die Straßen. Damals habe die Angst vor einer nuklearen Eskalation ein breites Bündnis geschaffen, weit über den engeren Pazifismus hinaus, sagte der Friedensforscher Tobias Debiel der "Tagesschau".

Inzwischen seien die Aufrufe zu den Ostermärschen zu einseitig und die Bewegung alt geworden. "Es wird zum Beispiel in vielen Aufrufen nicht explizit benannt, dass Russland die Ukraine überfallen hat, Russland wird nicht als Aggressor benannt", sagte Debiel.

"Man spricht nur allgemein vom Ukraine-Krieg oder Krieg in der Ukraine oder im Gaza-Krieg wird nur Israel angeprangert, nicht aber die Hamas."

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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