"Berliner Appell für Verantwortung": Prominente Politiker warnen vor Rot-Grün-Rot

Von Anja Mia Neumann

Berlin - Nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin warnen Dutzende Menschen aus Politik und Zivilgesellschaft in einem "Berliner Appell für Verantwortung" vor einer Koalition mit der Linken.

Ex-Außenminister Joschka Fischer (78, Grüne) ist einer der prominenten Politiker, die warnend den Zeigefinger erheben.  © Fabian Sommer/dpa

Unter den rund 80 Erstunterzeichnern sind prominente Stimmen, darunter der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (82, SPD), Ex-Außenminister Joschka Fischer (78, Grüne) und der einstige Kanzleramtschef Peter Altmaier (68, CDU), wie zuerst der "Tagesspiegel" berichtete.

"Es muss nach einer Regierungsmehrheit gesucht werden, die die Interessen möglichst breiter Teile der Gesellschaft abbildet und die gemeinsamen Grundüberzeugungen zu Rechtsstaat und Demokratie hat. Das sehen wir bei einer rot-grün-roten Regierung nicht gegeben", heißt es in dem Appell.

Mitinitiator Volker Beck (65, Grüne), Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, veröffentlichte das Dokument.

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Auch namhafte Vertreter der Jüdischen Gemeinde unterzeichneten den Appell, dazu auch die ehemalige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler (78), der ehemalige SPD-Landeschef Martin Hikel (40) und mehrere frühere Senatoren der Stadt.

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Auch der ehemalige Wirtschaftsminister Peter Altmaier (68, CDU) gehört zu den Unterzeichnern des Appells  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Linke, Grüne und SPD wollen in Berlin zu drittem Vorgespräch zusammenkommen

Elif Eralp (45, Linke), Steffen Krach (47, SPD, l.) und Werner Graf (46, Grüne) werden am Mittwoch als Spitzenkandidaten ihrer Parteien an einem dritten Vorgespräch teilnehmen.  © Jens Kalaene/dpa

Weiter heißt es: "Wir erwarten darum von den demokratischen Parteien, dass sie ihre Entscheidung nicht nach politischen Gewohnheiten, sondern nach klaren Maßstäben treffen." Etwa zum Schutz jüdischen Lebens und einer unmissverständlichen Abgrenzung von Extremismus, der finanziellen Stabilität der Stadt und starken Sicherheitsbehörden.

"Wir befürchten, dass eine Regierung unter Führung der Berliner Linken ein Klima erzeugt, in dem nicht mehr die Sicherheit von Jüdinnen und Juden in Berlin garantiert werden kann."

Ziel müsse eine stabile und verantwortungsvolle Regierung sein. "CDU, Bündnisgrüne und SPD haben jetzt die Aufgabe, ernsthaft zu prüfen, wie sie vor diesem Hintergrund gemeinsam Verantwortung für Berlin übernehmen können."

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Linke, Grüne und SPD in Berlin wollen am Mittwoch zu einem dritten Vorgespräch nach der Wahl zusammenkommen. Erklärtes Ziel ist eine Verständigung zum Thema Antisemitismus, zum Umgang mit Rassismus und organisierter Kriminalität.

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Sie setzt nun auf eine rot-grün-rote Koalition.

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