Enteignungen in Berlin: So will Innenminister Dobrindt dagegen halten

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Von Theresa Münch

Berlin - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) will Vergesellschaftungen, wie sie die Linke in Berlin plant, durch hohe Hürden deutlich erschweren.

Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat Enteignungen im Immobiliensektor den Kampf angesagt.
Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat Enteignungen im Immobiliensektor den Kampf angesagt.  © Carsten Koall/dpa

"Wir werden in einem Investitionsschutzgesetz deutlich machen, dass willkürlicher linker Vergesellschaftungs-Fetisch mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung.

Sein Ministerium bestätigte der Deutschen Presse-Agentur erstmals Details zu dem geplanten Gesetz. Zuvor hatte "Bild"berichtet.

Unter anderem soll demnach eine Vergesellschaftung zum Beispiel von Mietwohnungen nur dann überhaupt möglich sein, wenn man eine zwingende Notwendigkeit nachweist.

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Eine Landesregierung müsste dann beweisen, dass sie alle anderen Mittel, also Investitionen in und Förderung von Wohnungsbau, vollumfänglich ausgeschöpft hat und ihr nichts anderes übrig bleibt.

Wenn enteignet werde, müsse eine Entschädigung "unmittelbar in Geld" und vor allem zum Verkehrswert erfolgen, der durch ein Gutachten ermittelt wird.

Sollte eine rot-grün-rote Regierung zustande kommen, soll in Berlin die Enteignung großer Wohnungskonzerne vorangetrieben werden.
Sollte eine rot-grün-rote Regierung zustande kommen, soll in Berlin die Enteignung großer Wohnungskonzerne vorangetrieben werden.  © Paul Zinken/dpa

Linken-Chef Luigi Pantisano kritisiert Bundesregierung scharf

Luigi Pantisano (47, Linke) hat schwere Vorwürfe gegenüber der Bundesregierung erhoben.
Luigi Pantisano (47, Linke) hat schwere Vorwürfe gegenüber der Bundesregierung erhoben.  © Michael Brandt/dpa

Das dürfte das Vorhaben von Linken, Grünen und SPD deutlich erschweren, in Berlin große private Wohnungsbestände zu vergesellschaften. Wie aus ihrem Sondierungspapier hervorgeht, wollen die Parteien in der Hauptstadt gegen private Wohnungskonzerne mit einem Bestand von mehr als 10.000 Wohnungen vorgehen.

Sie planen dabei mit Entschädigungskosten von 16 Milliarden Euro, was unter dem Verkehrswert der Wohnungen liegen dürfte.

Linken-Chef Luigi Pantisano (47) warf Dobrindt und der gesamten schwarz-roten Bundesregierung vor, ihnen seien die Aktionäre großer Konzerne wie Vonovia wichtiger als die Mieterinnen und Mieter in Berlin.

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"Ein solches Gesetz wird vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben", betonte er. Jetzt müsse sich die Bundes-SPD entscheiden, auf welcher Seite sie stehe: "Auf der Seite der Mietmafia oder der Mieterinnen und Mieter."

Titelfoto: Paul Zinken/dpa, Carsten Koall/dpa (Bildmontge)

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