Von Stefan Kruse
Berlin - Die Berliner SPD-Führung hat den Politiker Steffen Krach (46) als Spitzenkandidaten für die Wahl zum Abgeordnetenhaus im kommenden Jahr nominiert.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur votierte der geschäftsführende Landesvorstand einstimmig für den 46-Jährigen, der im Moment noch Regionspräsident in seiner Geburtsstadt Hannover ist. Zuvor war er zwischen 2014 und 2021 Staatssekretär für Wissenschaft in Berlin.
Der erweiterte SPD-Landesvorstand berät am kommenden Wochenende über die Personalie. Endgültig zum Spitzenkandidaten gekürt werden soll Krach dann am 15. November auf einem Parteitag.
Geht alles glatt, fordert er bei der Wahl am 20. September 2026 den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (52) heraus, dessen CDU momentan mit der SPD koaliert.
Die Grünen-Parteispitze hat den Fraktionsvorsitzenden Werner Graf (45) als Spitzenkandidaten vorgeschlagen. Bei den anderen Parteien ist das noch offen.
Kann Krach den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner verdrängen?
Krach ist ein Hoffnungsträger der Berliner SPD, die seit vielen Jahren immer schlechtere Wahlergebnisse einfährt.
Den vorläufigen Tiefpunkt auf Landesebene markierte die Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus im Februar 2023, als die SPD mit 18,4 Prozent ihr schlechtestes Resultat überhaupt erzielte. Sie lag klar hinter der CDU (28,2 Prozent) und nur 53 Stimmen vor den Grünen auf Platz zwei.
Krach gilt, so heißt es in der SPD, als kompetent, als frisches Gesicht mit neuen Ideen. Er kann innerhalb der von Flügeln und mitunter Grabenkämpfen geprägten Partei wohl auf breite Unterstützung zählen.
Und: Viele trauen ihm zu, auch bei den Wählerinnen und Wählern gut anzukommen.