Zweifelhafte Ehre: Kai Wegner auf einer Stufe mit Putin, FIFA, Facebook und Tesla

Von Stella Venohr, Andreas Heimann

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) ist mit dem Negativ-Preis "Verschlossene Auster" der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche bedacht worden.

Über diese zweifelhafte Ehre dürfte Kai Wegner (53, CDU) wohl nicht sonderlich erfreut sein. (Archivfoto)  © Annette Riedl/dpa

Er erhalte die Auszeichnung stellvertretend für den Berliner Senat, hieß es in einer Mitteilung von Netzwerk Recherche. Die schwarz-rote Landesregierung habe das Berliner Informationsfreiheitsgesetz (IFG) massiv eingeschränkt.

Nach einem Anschlag auf das Berliner Stromnetz Anfang des Jahres hatte das Berliner Landesparlament das IFG Ende März überarbeitet und das Recht auf Zugang zu Behördeninformationen eingeschränkt.

Der Senat begründete das mit dem besseren Schutz kritischer Infrastruktur, zu der auch das Stromnetz gehört. Kritiker warnten, das sei nur ein Vorwand, um die Einsicht in Verwaltungsakten zu erschweren. Informationsfreiheitsrechte würden damit massiv eingeschränkt.

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Die zweite Vorsitzende von Netzwerk Recherche, Annelie Naumann, sagte laut Mitteilung, durch die Entscheidung des Berliner Senats ließen sich künftig ganze Themenbereiche leichter der Öffentlichkeit entziehen.

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So sieht der "Preis" aus, der Wegner in Abwesenheit vom Netzwerk Recherche verliehen worden ist.  © Raphael Hünerfauth

Mit dem Negativ-Preis zeichnet das Netzwerk Recherche seit 2002 Personen und Institutionen aus. Frühere Preisträger waren unter anderem die katholische Kirche, Facebook, Aldi, die FIFA, die bayerische Staatsregierung, Kreml-Herrscher Wladimir Putin (73) und die Firma Tesla.

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