Rundfunksender "Deutsche Welle" geht auf Sparkurs: 160 Stellen wären betroffen

Von Stella Venohr

Berlin/Bonn: Nach der Kürzung des Bundeszuschusses muss der Auslandssender in diesem Jahr 21 Millionen Euro einsparen.

Die DW, mit Sitz in Bonn und Berlin, ist eine bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts.  © Monika Skolimowska/dpa

Rundfunkrat, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben in einer Sondersitzung ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen, teilte der Sender mit.

Rechnerisch wären etwa 160 Vollzeitstellen betroffen, betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch nicht vorgesehen.

Der Bundeszuschuss sinkt 2026 um 10 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro, zugleich entstehen durch nicht ausgeglichene Tarifsteigerungen zusätzliche Kosten von rund 11 Millionen Euro.

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Betroffen sind unter anderem sprachliche Angebote: Das griechischsprachige Programm wird eingestellt, das journalistische Portfolio in weiteren Sprachen reduziert. Budgets für Portugiesisch für Afrika sowie Dari und Paschtu für Afghanistan werden gekürzt, spanischsprachige Fernsehnachrichten werden außerhalb der Hauptsendezeit reduziert.

Trotz der Sparmaßnahmen betonte der Vorsitzende des Rundfunkrates, Karl Jüsten, die Bedeutung der DW gerade in eingeschränkten Medienmärkten wie Russland und dem Iran. Die Deutsche Welle müsse eine "starke Stimme der Freiheit" bleiben, auch wenn Reichweitenverluste zu erwarten seien.

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Die Deutsche Welle sendet in mehr als 30 Sprachen und hat den Auftrag, ein realistisches Bild Deutschlands zu vermitteln, den internationalen Dialog zu fördern und demokratische Werte zu stärken.

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