"Schwimmen für Schwarze" abgesagt: Volksbad zieht Konsequenzen und bleibt heute komplett zu

Von Marion van der Kraats, Theresa Held, Johannes Kohlstedt

Berlin - Jetzt darf keiner schwimmen! Das Schwimmbad vor der Berliner Volksbühne bleibt am Freitag auch für den regulären Betrieb geschlossen. Das sagt eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Das Schwimmbecken hat erst kürzlich eröffnet und sorgt weiter für Schlagzeilen.  © Soeren Stache/dpa

Hintergrund: Zunächst war für den heutigen Freitag für sechs Stunden ein "Schwimmen für Schwarze" geplant, doch nach einem Video der CDU-Politikerin Aileen Weibeler (26) war die Empörung groß. Die Volksbühne sagte nach teils rassistischen Diskussionen und Drohungen eine Veranstaltung des Vereins Eoto, der sich für die Schwarze Community einsetzt, lieber ab. Sie konnten nicht für die Sicherheit garantieren.

Im Anschluss sollte das Bad zwischen 18 und 20 Uhr für den regulären Betrieb offen sein. 

Jetzt hat das Theater beschlossen, das Bad am Freitag komplett dichtzumachen. Am Samstag solle das Bad wie vorgesehen ab 12 Uhr geöffnet sein, sagte Intendant Matthias Lilienthal der dpa.

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Linke und Grüne haben die Absage zuvor als "unerträglich" bezeichnet. "Dass die Absage wegen Sicherheitsbedenken erfolgen musste und das gemeinsame Schwimme für schwarze Kinder und Jugendliche im Volksbad nun ausfällt, zeigt, wie sehr Hass und Hetze um sich greifen", sagte Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) der Deutschen Presse-Agentur. 

Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf (46) sprach von einem "Skandal". "Das ist für unsere gesamte Stadt beschämend und das Gegenteil dessen, wofür Berlin als Stadt der Freiheit steht." "Rechtsextremismus und Rassismus die Stirn zu bieten und sich als Politik klar hinter die Menschen und hinter solche Orte zu stellen, ist jetzt dringend notwendig", betonte die Linken-Politikerin. 

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Theaterchef verteidigt Veranstaltungen

Berliner stehen vor verschlossenen Türen.  © Christophe Gateau/dpa
Intendant Matthias Lilienthal (66) will den Weg weitergehen.  © Christophe Gateau/dpa

Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention tätig und setzt sich für das Empowerment (Deutsch: Selbstbefähigung) Schwarzer Menschen ein. Der Verein ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das dieses Jahr eröffnet wurde.

Der Verein habe das Bad regulär für seine Mitglieder gemietet, erklärte Linke-Politikerin Eralp. "Das Volksbad ermöglicht damit Zugänge für Menschen, die oft von Ausschlüssen und Rassismus betroffen sind. Das als eine Form von Diskriminierung zu bezeichnen, lässt tief blicken."

Seit dem 7. August 2026 und noch bis Anfang Oktober steht vor dem Theater ein 25 Meter langes und 1,30 Meter tiefes Freibad, das sogenannte Volksbad. Der Eintritt ist kostenlos. An einigen Tagen allerdings ist das Schwimmbecken für bestimmte Vereine reserviert.

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Dabei will die Volksbühne auch bleiben: "Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anbieten", teilte der Intendant der Berliner Volksbühne, Matthias Lilienthal, mit. Am Freitag jedoch nicht. Das Schwimmbad bleibt den ganzen Tag zu.

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