Todeslisten und Kopfgelder? Berliner Richter im Visier der Mafia

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Von Andreas Rabenstein

Berlin - Berlins Justiz ermittelt wegen möglicher Bedrohungen gegen Richter und Staatsanwälte durch die türkische Mafia. Justizsenatorin Felor Badenberg (51, CDU) bestätigte laufende Ermittlungen zum Schutz von Justizbeschäftigten.

Berlin erlebt eine Zunahme von Gewalt und bewaffneten Auseinandersetzungen.
Berlin erlebt eine Zunahme von Gewalt und bewaffneten Auseinandersetzungen.

Hintergrund ist ein Bericht der "Bild", wonach Informanten aus dem Umfeld der türkischen Mafia von Todeslisten und ausgesetzten Kopfgeldern auf deutsche Richter und Staatsanwälte gesprochen haben sollen. Konkrete Erkenntnisse zu solchen Listen lägen der Staatsanwaltschaft bislang jedoch nicht vor, betonte Badenberg. Die Hinweise würden derzeit überprüft.

Die Senatorin erklärte, man nehme mögliche Bedrohungen gegen Justizmitarbeiter sehr ernst. Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt seien bereits Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen eingeleitet worden. Üblicherweise erstellt das LKA in solchen Fällen Gefährdungsanalysen, auf deren Grundlage individuelle Schutzmaßnahmen erfolgen.

Seit mehr als einem Jahr beschäftigen gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden die Berliner Polizei. Immer wieder kommt es zu Schießereien und Erpressungen gegen türkisch- und kurdischstämmige Geschäftsleute. Laut Ermittlern sollen Betroffene unter Druck gesetzt werden, Schutzgeld zu zahlen. Teilweise seien Männer zur Einschüchterung sogar angeschossen worden.

Das Landeskriminalamt gründete dafür bereits vor Monaten die Spezialeinheit "Ferrum", die Staatsanwaltschaft die Ermittlungsgruppe "Telum". Allein 2025 registrierte die Berliner Polizei 515 Fälle von Schussabgaben.

Titelfoto: Michael Ukas/dpa

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