Was lief wirklich zwischen Koçak und Remmo? Clan-Chef schildert brisantes Treffen
Berlin - Im Streit um Kontakte des Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak (47) zur Berliner Großfamilie Remmo hat deren Oberhaupt Issa Remmo (58) neue Vorwürfe erhoben.
Koçak habe ihn in seinem Büro besucht und dort mehr als eine Stunde mit ihm über politische Themen gesprochen, sagte Remmo der "Bild"-Zeitung. Dabei sei es unter anderem um Sozialismus und Enteignungen gegangen. Die Angaben lassen sich bislang nicht unabhängig bestätigen.
Remmo wirft dem Abgeordneten vor, das Ausmaß ihrer Bekanntschaft herunterzuspielen. Koçak hatte zuvor erklärt, zunächst nicht gewusst zu haben, dass er mit Remmos Sohn Firas in Kontakt stand. Im Zusammenhang mit einer Handy-Spendenaktion sei er bei einem Treffen überraschend auch Issa Remmo begegnet. Danach habe er versucht, den Kontakt zu begrenzen.
Remmo widerspricht dieser Darstellung. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung ließen Koçak und die Linke Anfragen zu den neuen Vorwürfen unbeantwortet.
Der Bundestagsabgeordnete war zuvor wegen bekannt gewordener Chatnachrichten mit Firas Remmo in die Kritik geraten. Für zusätzliche Diskussionen sorgte ein Auftritt von Issa Remmo bei einer Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln. Während die Partei erklärte, er sei von der Veranstaltung verwiesen worden, bestreitet Remmo auch diese Darstellung.
Hat Issa Remmo vor der Berlin-Wahl für die Linken geworben?
Koçak hatte Fehler im Umgang mit den Kontakten eingeräumt und seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestages aufgegeben. Er erklärte zugleich, weder kriminell zu sein noch organisierte Kriminalität zu unterstützen. Die Linke hält weiterhin an ihrem Abgeordneten fest.
Remmo erklärte in dem Interview außerdem, er habe vor der Berliner Wahl für die Linke geworben. Damit sei nun Schluss. Zugleich kündigte er an, nach einer möglichen Einbürgerung eine eigene Partei mit dem Namen "Der Weg zum Licht" gründen zu wollen.
Mitglieder der weitverzweigten Remmo-Familie wurden in der Vergangenheit wegen schwerer Straftaten verurteilt, darunter im Zusammenhang mit dem Diebstahl einer Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum und dem Einbruch in das Dresdner Grüne Gewölbe.
Issa Remmo bestreitet eine Beteiligung an diesen Taten.
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

