Wie Clan-Boss Issa Remmo seinen Besuch bei Linken-Wahlparty erklärt
Berlin - Dieser Besuch schlug hohe Wellen! Als die Linken am 20. September ihren Wahlsieg in Berlin feierten, tauchte plötzlich ein umstrittener Gast auf: Clan-Chef Issa Remmo. Sein Besuch, sowie das Ablichten mit Terror-Unterstützer Ibrahim Ibrahim oder der Chat zwischen dem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak (38, Linke) und Remmo-Sohn Firas brachte den Linken viel Kritik ein. Doch warum war das Familienoberhaupt überhaupt auf der Wahlparty?
Das wollte auch Spiegel TV wissen, die Issa Remmo zufällig in Neukölln getroffen haben wollen. Der Clan-Boss trinkt gemütlich seinen Tee vor einem Café und reagiert zunächst abweisend auf das Reporterteam.
"Reicht euch nicht, mit euren Lügen verbreiten", meint er im fehlerhaften Deutsch und stellt klar: "Ich will mit euch nicht reden."
Der Reporter hakt dennoch nach und bekommt eine kuriose Antwort für seinen Besuch bei den Linken: "Ich hab ein bildhübsches Mädchen da gesehen und ich will sie klarmachen."
Offenbar war der Clanchef danach aber doch noch bereit zu reden und äußerte sich ausführlich zu den Berliner Linken.
"Weil die Linke, die haben gar nicht was geklaut von Deutschland", erklärt Remmo. Zur Erinnerung: Die Remmos nehmen es mit dem Gesetz selber manchmal nicht ganz so genau.
Beim spektakulären Einbruch in das Bode-Museum im März 2017 stahlen Mitglieder des Remmo-Clans die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf" im Wert von rund 3,3 bis 3,75 Millionen Euro. Bis heute fehlt von ihr jede Spur. Auch hinter dem Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden stecken Clan-Mitglieder.
Issa Remmo: "Die Linke sind ganz normale Menschen"
Im Gegensatz zu anderen würden die Linken-Politiker auch nicht mit ihren Frauen bei Gucci, Louis Vuitton oder Prada einkaufen gehen. "Die sind immer bei Woolworth und bei Aldi und Lidl. Da gehen die einkaufen", sagt Remmo weiter über die Linke.
Auch gegen den Vorwurf des Antisemitismus nahm der Clan-Chef die Partei in Schutz. Die Linke habe "absolut kein Hass" auf Juden, betont er mehrfach. "Die Linke sind ganz normale Menschen - und die haben absolut keinen Hass. Keinen Antisemitismus. Absolut nix. Die Linken haben gar kein Hass über die Juden. Gar nicht."
Offenbar war Remmo allerdings nicht der einzige Gast mit entsprechenden Verbindungen: Nach Informationen des "Tagesspiegel" sollen sich bei der Wahlparty zwei Social-Media-Aktivisten aus der palästinensischen Großfamilie Barbakh aufgehalten haben.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa
