Zu hohe Miete in Berlin: Prüfstelle deckt Hunderte Wucherfälle auf
Von Stefan Kruse
Berlin - Wer das Gefühl hat, in der Hauptstadt zu viel Miete zu zahlen, liegt oft richtig.
Die vom Senat eingerichtete Mietpreisprüfstelle hat in ihrem ersten Jahr 339 Mietverträge untersucht – und in 94 Prozent der Fälle überhöhte Mieten festgestellt. In 222 Fällen lagen die Mieten sogar mehr als 50 Prozent über dem üblichen Niveau, was den Verdacht auf Wuchermieten nahelegt.
Weitere 82 Verträge bewegten sich zwischen 20 und 50 Prozent über dem Vergleichswert und gelten als überhöht – Verstöße, die mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden können. Nur 19 überprüfte Verträge lagen im zulässigen Bereich.
Die Mietpreisprüfstelle berät Mieter kostenlos telefonisch oder persönlich und prüft auf Wunsch deren Verträge.
Bei Verdacht auf Wucher oder überhöhte Mieten werden die zuständigen Bezirke informiert, die im Ernstfall Bußgelder verhängen oder die Staatsanwaltschaft einschalten können.
Mieter haben zudem die Möglichkeit, selbst rechtlich gegen ihre Vermieter vorzugehen.
Mittlerweile betreibt die Stelle drei Standorte in Berlin, um Betroffenen unkompliziert Unterstützung zu bieten.
Titelfoto: Elisa Schu/dpa
