Nach Wolfs-Attacke auf Mädchen: Polizei ermittelt gegen Wildpark-Mitarbeiterin
Von Monika Wendel
Baruth/Mark- Nach der Attacke eines Wolfes auf ein achtjähriges Mädchen in einem brandenburgischen Wildpark ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.
Die Ermittlungen richteten sich gegen eine Mitarbeiterin, die mit den Kindern im Gehege gewesen sei, sagte eine Polizeisprecherin.
Der Landkreis kündigte eine Aufarbeitung des Angriffs und eine Kontrolle des Wildparks südlich von Berlin an. Auch Sicherheitsvorkehrungen dürften in den Fokus rücken.
"Ziel ist es, den Vorfall umfassend zu prüfen und die notwendigen Konsequenzen im Rahmen der gesetzlichen Zuständigkeiten zu ziehen", teilte der Landkreis Teltow-Fläming am Mittwoch mit.
Ein Wolf hatte am Mittwochmorgen das Mädchen schwer verletzt. Das Kind kam per Rettungshubschrauber in eine Berliner Klinik. Angriffe von Wölfen sind in Deutschland äußerst selten.
Für mehrere Kinder sei vor der regulären Öffnung des Wildparks ein "Tierpflegertag für Kinder" vorgesehen gewesen, teilte der Landkreis Teltow-Fläming mit.
Mädchen soll bei Tränkung der Wölfe angefallen worden sein
"Während der Tränkung der Tiere im Wildgehege griffen die dort gehaltenen Wölfe ein Mädchen an und verletzten es schwer", so der Landkreis. Es soll sich um eine Polarwolf-Anlage handeln.
Das Eingreifen der Tierpflegerin habe weiteres Leid verhindert. Zwei weitere Kinder wurden nicht verletzt. Unklar blieb, wie nah Kinder Wölfen bei dem "Tierpflegertag" normalerweise kommen dürfen und welche Schutzbarrieren es gibt.
Die Polizeidirektion wollte einen Tag nach dem Angriff keine weiteren Angaben zum Ablauf machen. Die Achtjährige habe sich mit zwei anderen Kindern und der Mitarbeiterin in einem Gehege befunden. "Dort wurde sie von mindestens einem Wolf angegriffen". Wie der Vorfall abgelaufen sei, sei Teil der Ermittlungen. Auch Zeugen wurden befragt.
2016 waren zwei Löwen im Wildpark aus ihrem Gehege ausgebüxt. Sie wurden von einem zweiten Sicherheitszaun und einer Tierärztin mit Betäubungsgewehr gestoppt.
Der Landkreis teilte mit, die Betriebsgenehmigung für den Wildpark enthalte Anforderungen an die Sicherheit der Tierhaltungsanlagen. Die Gehege von Raubtieren und Wisenten müssten täglich auf Schwachstellen überprüft werden.
Erstmeldung von 6.54 Uhr, aktualisiert um 16.32 Uhr.
Titelfoto: Carsten Koall/dpa

