Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) - In Südbrandenburg drohte ein Wohnhaus einzustürzen und musste am Mittwochabend evakuiert werden - am Donnerstagmorgen wurde einer der Bewohner tot aufgefunden.
Es krachte zweimal laut, dann nahm das Unheil seinen Lauf. Gegen 21.45 Uhr alarmierten Anwohner des betroffenen Wohnhauses in der Weinbergstraße in Lauchhammer die Polizei.
"Zeugen haben uns informiert, dass es da mehrere Knallgeräusche gegeben hat, sehr laut, einmal am Vormittag, einmal am Abend", bestätigte Polizeisprecher Sascha Erler von der Direktion Süd gegenüber 7aktuell.
In der Folge bildeten sich "fingerbreite Risse" wie Beamte bei einer Besichtigung des betroffenen Gebäudes vor Ort feststellten. Gegen 22.48 Uhr wurde dann schließlich auch die Feuerwehr alarmiert, die Fassade mittels einer Drehleiter absuchte.
Schließlich wurde entschieden, "die Statik ist jetzt hier offensichtlich nicht gegeben, das ist uns zu gefährlich und vielleicht auch zu wackelig im wahrsten Sinne des Wortes", erklärte Erler.
Als Konsequenz mussten zwei Hauseingänge geräumt werden. "Wir haben beschlossen, die Wohnungen evakuieren zu lassen, sodass wir kein Menschenleben in Gefahr bringen", sagte Bürgermeister Mirko Buhr.
Evakuierter Bewohner tot in Gemeinschaftsunterkunft aufgefunden
Die betroffenen Bewohner fanden vorübergehend bei ihren Familien oder in einer Gemeinschaftsunterkunft Unterschlupf.
"Wir mussten eine Wohnung tatsächlich auch aufbrechen zusammen mit der Feuerwehr, um sicherzugehen, dass da auch keiner mehr drin ist", schilderte der Polizeisprecher das Vorgehen der Einsatzkräfte.
Damit war der Fall zunächst abgeschlossen, bis am Donnerstagmorgen einer der evakuierten Bewohner tot vorgefunden wurde. "Ein Mann, 69 Jahre alt, wurde heute Morgen tot aufgefunden in dieser Gemeinschaftsunterkunft", teilte Erler mit.
Ob sein Tod womöglich mit dem Stress durch die Evakuierung zusammenhängt, ist unklar. "Wir haben natürlich ein entsprechendes Todesursachen-Ermittlungsverfahren eingeleitet, um zu gucken, woran der Mann verstorben ist", bekräftige der Sprecher.
Als Ursache für die Beschädigung an dem Gebäude werden Setzungsrisse durch den ehemaligen Tagebau vermutet. Bis 1993 wurde in der Region Braunkohle abgebaut. Über das weitere Vorgehen soll nun die zuständige Bauaufsicht entscheiden.