Bäcker aus Sachsen entwickelt "Bergmannslaib": So sah Brot vor 500 Jahren aus

Flöha - In seiner kleinen Landbäckerei in Flöha-Falkenau ist Ralf Forberger (48) der alten Bergbautradition auf der Spur. Der experimentierfreudige Bäcker hat den Bergmannslaib entwickelt. So oder so ähnlich hätte man das rustikale Brot wohl auch unter Tage verspeist.

Für das rustikale Brot verwendet der Bäcker Ur-Getreidesorten - so wie man es vor 500 Jahren tat.
Für das rustikale Brot verwendet der Bäcker Ur-Getreidesorten - so wie man es vor 500 Jahren tat.  © Uwe Meinhold

"Aufgrund der bergbaulichen Geschichte Falkenaus haben wir uns Gedanken gemacht, was unsere Bergbau-Kumpels so vor 500 Jahren verzehrt haben", sagt Forberger.

Zur damaligen Zeit waren Nahrungsmittel wie Fleisch, Speck, Weizen - Kartoffeln gab es damals noch nicht - der oberen Schicht vorbehalten. "Das Grundnahrungsmittel war Brot. Aber nicht so, wie wir es heute kennen", sagt der Bäcker. "Man würde es eher als Knäckebrot bezeichnen." Dieses wurde unter Tage mit Wasser, Bier oder Gerstenschleim verzehrt.

Auf der Grundlage seiner Recherche entwickelte Ralf Forberger in seiner Backstube den Bergmannslaib samt Bergmannssemmeln. Dieses wird statt Wasser mit einem kräftigen Bier angesetzt, dem "Rumpelbräu" aus Holzhau. Der Teig besteht aus Ur-Getreide wie Dinkel, Gerstenschrot und Einkorn. Hinzu kommen Honig und aromatische Gewürze wie Anis, Fenchel oder Koriander.

Übrigens: Auch optisch erinnert das Backwerk an Bergmannstraditionen. Der Über-Kreuz-Einschnitt soll an Hammer und Schlegel erinnern.

Entwickelt von Bäckermeister Ralf Forberger (48): Das Bergmanns-Brot wird mit Bier aus der Region angesetzt.
Entwickelt von Bäckermeister Ralf Forberger (48): Das Bergmanns-Brot wird mit Bier aus der Region angesetzt.  © Uwe Meinhold
In der Landbäckerei Forberger wird das Bergmanns-Brot hergestellt.
In der Landbäckerei Forberger wird das Bergmanns-Brot hergestellt.  © Uwe Meinhold

Das Bergmanns-Brot wird immer mittwochs und freitags heiß aus dem Ofen geholt. Der Erlös des Backwerks geht an den Heimatverein.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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