Bald ist wieder Pilzsaison: Vorsicht, hier besteht Verwechslungs-Gefahr

Annaberg-Buchholz/Chemnitz - So langsam schauen sie wieder aus dem sächsischen Waldboden: Pilze. In den sozialen Medien kursieren schon die ersten Fotos von glücklichen Wanderern und ihren Funden. Doch Vorsicht, bei einigen Pilzen besteht akute Verwechslungsgefahr.

Steinpilze gehören zu den beliebtesten und schmackhaftesten Speisepilzen in Deutschland.
Steinpilze gehören zu den beliebtesten und schmackhaftesten Speisepilzen in Deutschland.  © Patrick Pleul/dpa

Wer Pilze sammelt, um sie anschließend zu essen, sollte sich wirklich gut auskennen. Ein gutes Indiz dafür, ob sie genießbar sind oder nicht, findet man an der Unterseite der Hüte.

Viele Pilze die dort eine schwammartige Röhrenschicht haben, sind essbar. "Pilzunkundigen wird geraten, das Pilzesammeln zunächst auf Röhrlinge zu konzentrieren, denn unter ihnen gibt es keine tödlich giftigen Arten", erklärt der Naturschutzbund.

Zu den Röhrlingen gehören unter anderem Steinpilze, der Maronenröhrling oder der Hexenröhrling. Aber Achtung, auch unter der Röhrlingen gibt es schwarze Schafe, wie den Satansröhrling. Der rot-stielige Pilz, der auch rote Röhren hat, ist giftig und kann Brechdurchfall verursachen.

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Schwieriger wird es bei Pilzen mit Lamellen auf der Hutunterseite. Dazu gehören unter anderem die allseits bekannten Champignons. In unseren heimischen Wäldern findet man zahlreiche Sorten, die so ein Hutfutter haben und genießbar sind.

Es gibt aber auch genauso viele Sorten, die eine große Ähnlichkeit aufweisen, von denen man aber lieber die Finger lassen sollte, weil sie zum Teil tödlich-giftig sind.

Auch Lamellen-Pilze sind genießbar

Vom Grünen Knollenblätterpilz sollte man lieber die Finger lassen, er ist sehr giftig.
Vom Grünen Knollenblätterpilz sollte man lieber die Finger lassen, er ist sehr giftig.  © Albertus Engbers/123 RF

Diese Lamellen-Pilze kann man essen:

  • Edel-Reizker (gut kochen)
  • Parasolpilz/Großer Riesenschirmling
  • Perlpilz (möglichst junge Exemplare sammeln und gut garen)
  • Stockschwämmchen (nur die Hüte verwenden)
  • Frauentäubling
  • Krause-Glucke (Schwammpilz)

Von den Lamellen-Pilzen sollte man unbedingt die Finger lassen, Verwechslungsgefahr:

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  • Spitzschuppiger Schirmling (leicht giftig)
  • Pantherpilz (sehr giftig, kann tödlich enden)
  • Kegelhütiger Knollenblätterpilz (sehr giftig, Verwechslungsgefahr mit Champions)
  • Gift- oder Nadelholz-Häubling
  • Grüner Knollenblätterpilz (sehr giftig, zerstört unter anderem die Leber)
  • Bauchweh oder Blasse Koralle (giftig, aber nicht lebensbedrohend)

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt im Erzgebirge gibt noch den Tipp, dass man beim Sammeln Pilze möglichst in Körbe legen und keine Kunststoffbeutel verwenden sollte.

Nur Pilze ohne Druck- oder Fraßstellen verwenden und nur für den Eigenbedarf sammeln.

Hier bekommt Ihr Hilfe, wenn Ihr Euch bei Euren Funden nicht sicher seid

Ein Korb voller Pilze, doch sind auch wirklich alle genießbar? Wer sich nicht sicher ist, sollte einen Pilzberater kontaktieren.
Ein Korb voller Pilze, doch sind auch wirklich alle genießbar? Wer sich nicht sicher ist, sollte einen Pilzberater kontaktieren.  © 123rf/strelok

Wer sich nicht sicher bei seinen Funden ist, sollte die Pilze nicht auf gut Glück probieren, sondern lieber einen Pilzberater aufsuchen.

Die Stadt Chemnitz listet auf ihrer Homepage vier Pilzberater im Stadtgebiet auf: Dieter Schulz, Stefanie Kobrow, Matthias Götz und Peter Welt. Die genauen Kontaktdaten der Berater findet Ihr >>>hier.

Beratungen finden nur nach telefonischer Absprache statt, eine Beratung direkt am Telefon oder per Mail (mit Foto) ist nicht möglich. Es muss ein kompletter Pilz vorgelegt werden.

Im Erzgebirgskreis gibt es sogar 21 Experten, bei denen man Hilfe suchen kann. Das Landratsamt listet die Berater auf seiner Homepage auf. Die Berater für den Bereich Südwestsachsen findet Ihr >>>hier.

Titelfoto: 123rf/strelok

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