Chemnitz' größtes Verkehrsprojekt seit der Wende: So geht es weiter am Falkeplatz
Chemnitz - Die Straßenbahn hat am Falkeplatz wieder freie Fahrt - zumindest auf einem neuen Baugleis. Seit Montag rollen die Bahnen über die provisorische Strecke, während rundherum die Arbeiten für das größte Verkehrsprojekt in Chemnitz seit der Wende in die entscheidende Phase starten.
"Alles, was wir bisher gemacht haben, war eigentlich nur Vorbereitung", sagt Robert Klitzsch (37), Teamleiter Infrastruktur beim VMS. Denn bevor im Rahmen des "Chemnitzer Modells" das neue Gleisdreieck am Falkeplatz gebaut werden kann, müssen die alten und teilweise maroden Brückenbauwerke weichen. Dafür werden noch bis Ende August alle Versorgungsleitungen, die durch die Brücken liefen, verlegt.
In den tiefen Baugruben kamen dabei nicht nur massive Rohre zum Vorschein. Auch alte Kellerwände einer früheren Gaststätte am Flussufer wurden entdeckt. Klitzsch: "Das ist noch richtig altes Chemnitz!"
Im September beginnt dann der eigentliche Brücken-Neubau. "Es wird nicht sofort abgerissen", erklärt Klitzsch. Zuerst werden die neuen Widerlager hinter die alten gesetzt. Wenn diese massiven Unterbauten stehen, können die alten Bauwerke plattgemacht werden.
Insgesamt stehen am Falkeplatz drei Brücken. Die Fußgängerbrücke aus DDR-Zeiten ist laut Klitzsch die am schlechtesten erhaltene. Sie wird zusammen mit der stadtauswärtigen Fahrbahn und der ehemaligen Gleisanlage abgerissen. Bis Ende 2027 wird dieser Teil neu gebaut. Danach ist das Brückenteil auf der Seite der Deutschen Bank an der Reihe.
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Aktuelle Bauphase ist aktuell für den Verkehr die schwierigste
Für den Verkehr ist die aktuelle Bauphase laut Klitzsch die schwierigste. Am Falkeplatz gibt es pro Richtung jeweils nur noch eine Fahrspur für Autos, Busse und Bahnen. "Außerdem fehlt eine Umfahrung", sagt er.
Denn unweit des Falkeplatzes klafft die nächste Baustelle: Wegen der Vollsperrung der Theaterstraße ist die Brückenstraße aus der Hartmannstraße derzeit nicht erreichbar. Auch dort werden derzeit Leitungen in der Erde neu geordnet, damit später die Gleise für den Innenstadtring gebaut werden können. "Wir arbeiten uns da langsam in Richtung Falkeplatz vor", sagt Klitzsch. Bis Ende 2027 soll die Baustelle die Kaßbergauffahrt erreicht haben.
Und dann geht es weiter: Im kommenden Jahr werden die nächsten großen Bauaufträge ausgeschrieben - für den restlichen Abschnitt der Theaterstraße sowie den Gleisbau in Brücken- und Hartmannstraße.
Wo sonst noch in Chemnitz gebaut wird, erfahrt Ihr unter Chemnitz-Baustellen.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)

