Chemnitz - Während viele Chemnitzer jetzt am Strand liegen oder im Biergarten sitzen, haben sechs Bauarbeiter von Bauriese "Gunter Hüttner" einen ganz anderen Sommer-Arbeitsplatz: eine tiefe Baugrube auf der Dürerstraße im Lutherviertel. Fast ein halbes Jahr bestimmen Bagger, Rohre und Absperrzäune den Alltag.
Polier Andreas Frank (59) hält vor Ort die Fäden zusammen, Firmenchef Daniel Hüttner (50) trägt die Verantwortung für das Projekt. "Die Bauzeit wird so geplant, dass man früh in der Saison anfängt und die Zeit bis zum Herbst ausnutzt", sagt er.
Lange Tage, milde Temperaturen und normalerweise weniger Niederschlag seien für Tief- und Straßenbau ideal. "Die jüngsten Regengüsse haben zwar kurze Unterbrechungen verursacht, die Baustelle aber nicht aus dem Takt gebracht."
Das Projekt ist eine koordinierte Baumaßnahme (Kosten: rund 500.000 Euro). Unter der Dürerstraße verschwindet jede Menge neue Technik. Weil das alte Trinkwassernetz als störanfällig gilt, werden rund 300 Meter Leitungen erneuert und gleichzeitig das Fernwärmenetz erweitert.
Sind die Rohre im Boden, bekommt die Dürerstraße auf voller Breite neuen Asphalt.
Arbeiten liegen vor Bauablaufplan
Die Vollsperrung nervt Autofahrer und Anwohner, auch für Letztere sind die Einschränkungen erheblich. Das bekommt vor allem Polier Andreas Frank täglich zu spüren.
"Es ist Lärm, man kann zeitweise nicht an sein Haus heranfahren und die Mülltonnen stehen woanders", sagt er. Sein Rezept gegen Baustellenfrust: "Ruhig bleiben, mit den Leuten reden - dann geht das." Oft werden aus genervten Nachbarn sogar die besten Baustellenfreunde.
Die Hüttner-Truppe liegt nach Angaben des Firmenchefs rund zwei Wochen vor dem Bauablaufplan. Offiziell soll Mitte Oktober Schluss sein. Hüttner hofft jedoch auf eine frühere Freigabe: "Vielleicht schaffen wir es sogar schon im September."
Überraschungen im Untergrund, die andere Baustellen oft verteuern und verlängern, gebe es hier nicht.