Bitter für die Stadtkasse: Chemnitz nimmt weniger durch Blitzer ein

Chemnitz - Kulturhauptstadt, Besuchermassen, Baustellenchaos – eigentlich beste Bedingungen für volle Blitzerkassen. Doch ausgerechnet 2025 nahm Chemnitz mit mobilen Blitzern weniger ein als noch im Vorjahr: knapp 3,9 Millionen Euro (2024 rund 4,1 Millionen Euro). Das geht aus einer Rathausantwort auf eine CDU/FDP-Anfrage hervor. Für 2026 zieht das Tempo aber wieder an: Bis Ende März standen bereits fast 1,3 Millionen Euro zu Buche.

Bürgermeister Knut Kunze (56, parteilos) hat die KuHa-Bilanz in Sachen mobile Blitzer vorgelegt.  © Uwe Meinhold

Die größte Blitzer-Dichte gab es im Kulturhauptstadt-Jahr an der Oberfrohnaer Straße im Bereich der Autobahn. Dort wurde 54-mal gemessen, insgesamt satte 168 Stunden und 27 Minuten. Offizieller Grund: Unfallschwerpunkt.

Auf Platz zwei landete die Reichsstraße nahe der Fröbelschule auf dem Kaßberg mit 35 Einsätzen. Platz drei: die Rembrandtstraße im Reitbahnviertel an den Kitas mit 34 Einsätzen.

Klingt nach Sicherheit vor Schulen, Kitas und gefährlichen Stellen. Doch die Liste hat auch ihre Grauzonen.

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Besonders auffällig: Die Leipziger Straße an der A4 und die Zschopauer Straße Höhe Schwarzbachtalbrücke. Als Grund für jeweils 27 "Einsätze" mit weit über 100 Stunden Dauer nennt die Stadt nur: "generalpräventiv".

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An der Oberfrohnaer Straße hat das Ordnungsamt 2025 besonders ausdauernd geblitzt.  © Maik Börner
An der Rembrandtstraße standen die mobilen Blitzer 2025 oft zwischen parkenden Autos.  © Uwe Meinhold
In der Reichsstraße auf dem Kaßberg steht seit diesem Jahr eine feste Blitzersäule.  © Sven Gleisberg

Wie viele Raser wurden erwischt? Genaue Zahlen unklar

Haben mobile Blitzer 2025 weniger Geld in die Stadtkasse gespült als erhofft?  © IMAGO/HaertelPRESS

Wie viele Fahrer tatsächlich erwischt wurden? Das verrät Ordnungsbürgermeister Knut Kunze (56, parteilos) in seiner Antwort nicht.

Auch genaue Unfallzahlen zu den Standorten fehlen: "Die Unfallstatistik wird von der Polizeidirektion Chemnitz bearbeitet." Die Zuarbeit sei "mit hohem Aufwand verbunden" und könne "derzeit aus Kapazitätsgründen" nicht geleistet werden.

Den Vorwurf der Abzocke lässt sich das Rathaus aber nicht gefallen. "Geschwindigkeitskontrollen dienen in erster Linie der Verkehrssicherheit und der Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer", hatte die Stadt auf eine frühere TAG24-Anfrage geschrieben. Raserei sei eine der häufigsten Unfallursachen.

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Unterwegs ist das Ordnungsamt mit schwerem Gerät: drei voll ausgestattete Messfahrzeuge, dazu ein Reservefahrzeug – und vier Blitzer-Anhänger.

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