Ärger um wildes Brummi-Parken: SPD will Lkw-Parkraumkonzept

Chemnitz - Immer öfter parken in Chemnitz tonnenschwere Laster am Straßenrand. Lenker aus aller Welt machen hier Pause, hinterlassen ihren Müll und auch Fäkalien, weil es kaum feste Stellplätze mit Abfallbehältern und Toiletten gibt. Ein Problem, das nicht nur den Brummifahrern, sondern auch vielen Chemnitzern mächtig stinkt.

Ulf Lauterbach hat die Müllberge in der Paul-Gruner-Straße angeprangert - die Stadt reagierte.
Ulf Lauterbach hat die Müllberge in der Paul-Gruner-Straße angeprangert - die Stadt reagierte.  © Kristin Schmidt

Anwohner der wilden Laster-Parkplätze schimpfen schon seit Jahren über die zugemüllten Schmuddelecken. Indes fordern Spediteure mehr Stellflächen mit Sanitäranlagen und Co.

Die SPD bringt deshalb im Juni einen Antrag für ein Lkw-Parkraumkonzept im Stadtrat ein

Eine wilde Müllhalde in Altchemnitz brachte das Thema im Januar auf die Tagesordnung. Auf Initiative des Anliegers Ulf Lauterbach (57) ließ die Stadt das Gelände reinigen (TAG24 berichtete). Jetzt möchte Ratsherr Jörg Vieweg (49) das Problem bei der Wurzel packen: 

"Fahrer vegetieren in den Wartezeiten bis zur Anlieferung ihrer Ladung dahin - ohne Toiletten, ohne Waschgelegenheit, ohne Mülleimer. Hier sind Stadt, IHK und die Unternehmen gefordert, eine Lösung zu schaffen."

Fordert Hilfe für Trucker: Spediteur Ronny Kirbach (45) mit Tochter Othelia (8).
Fordert Hilfe für Trucker: Spediteur Ronny Kirbach (45) mit Tochter Othelia (8).  © Ralph Kunz
Jörg Vieweg (49, SPD) hat einen Antrag für den Stadtrat geschrieben.
Jörg Vieweg (49, SPD) hat einen Antrag für den Stadtrat geschrieben.  © Ralph Kunz
Beliebter Brummi-Parkplatz: die Christian-Wehner-Straße.
Beliebter Brummi-Parkplatz: die Christian-Wehner-Straße.  © Ralph Kunz

Denkbar seien zehn Lkw-Parkplätze an den wichtigsten Logistikstandorten wie Glösa, Kauffahrtei oder Neefepark. Ausgestattet mit Toiletten, Wasserhähnen und Mülleimern, damit die Fahrer in Ruhe warten können.

Das Problem sehen auch Spediteure wie Ronny Kirbach (45) aus Wittgensdorf: "Mehr Solidarität der Unternehmen mit den Fahrern wäre schön. Aber viele lassen die Fahrer nicht mal auf die Toilette."

Und Kirbach hat noch einen Wunsch: "Anzuliefernde Unternehmen könnten die Ware schneller entladen lassen. Dann müssten Fahrer nicht so lange draußen warten."

Titelfoto: Ralph Kunz

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