Der Förster hat's satt: Illegale Rennstrecke im Wald wird plattgemacht

Chemnitz - Mit Vollhelm, Protektoren und 50 Sachen rasen Mountainbiker im Rabensteiner Wald den Abhang runter. Jetzt greift Revierförster Ullrich Göthel (51) durch und lässt die illegal in den Wald gebauten Schanzen und Rüttelplatten abreißen.

Zum Schutz von Wald und Waldbesuchern greift Revierförster Ullrich Göthel (51) jetzt durch.
Zum Schutz von Wald und Waldbesuchern greift Revierförster Ullrich Göthel (51) jetzt durch.  © Maik Börner

"Was dort in letzter Zeit gebaut wurde, hat Ausmaße angenommen, die nicht mehr tolerierbar sind. Vom Totenstein aus beginnen mittlerweile fünf bis sechs Trails, alle im Abstand von 50 bis 60 Metern, die sich im Wald teils verzweigen oder aufeinandertreffen", so Göthel. "Dort sind teils massive, verschraubte Bauwerke entstanden, für die sogar Waldboden abgegraben wurde."

Radeln ist laut Waldgesetz nur auf Straßen und Wegen gestattet. Das Downhill-Fahren mitten durch den Baumbestand ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeld bis zu 2500 Euro geahndet werden.

Der Rabensteiner Wald ist besonders beliebt bei Mountainbikern. Göthel: "Der Höhenunterschied von rund 100 Metern zieht sie geradezu an. Aber ein Wald ist nun mal kein Freizeitpark. Wenn so ein Fahrrad unverhofft mit hohem Tempo mittendurch brettert, gefährdet das auch andere."

llegales Downhill-Fahren ist am Hang des Totensteins zum beliebten Freizeit-Kick geworden.
llegales Downhill-Fahren ist am Hang des Totensteins zum beliebten Freizeit-Kick geworden.  © 123RF/Kostiantyn Kuznetsov
Bevor die illegalen Sprungschanzen abgerissen werden, dokumentiert Ullrich Göthel die Anlagen.
Bevor die illegalen Sprungschanzen abgerissen werden, dokumentiert Ullrich Göthel die Anlagen.  © Maik Börner
Die Hindernisstrecken führen quer durch den Wald. Dafür wurden auch Stämme zersägt und der Boden aufgegraben.
Die Hindernisstrecken führen quer durch den Wald. Dafür wurden auch Stämme zersägt und der Boden aufgegraben.  © Maik Börner

In den nächsten drei bis vier Wochen will der Revierförster deshalb alle angelegten Pisten von Waldarbeitern zurückbauen lassen: "Alles andere käme einer Duldung gleich, aus der Gerichte auch eine Haftung des Waldbesitzers ableiten könnten."

Titelfoto: Maik Börner

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