Wieder Streiks im Einzelhandel: "Weihnachten steht vor der Tür, wir auch"

Chemnitz/Leipzig - Im sächsischen Einzelhandel wird wieder gestreikt. Betroffen sind die Regionen Chemnitz, Zwickau, Erzgebirge, Vogtland, Leipzig und Nordsachsen.

Ver.di hat wieder zum Streik im sächsischen Einzelhandel aufgerufen.
Ver.di hat wieder zum Streik im sächsischen Einzelhandel aufgerufen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, wurden die Beschäftigten von Kaufland, Aldi, H&M, Primark und Netto-Markendiscount zum Streik aufgerufen.

"Nachdem die Arbeitgeber in der letzten Verhandlung am 2. November 2023 erklärt hatten, nicht weiter über einen Tarifabschluss ohne Reallohnverlust für die Beschäftigten reden zu wollen, haben die Streikenden ihr Versprechen wahr gemacht: Weihnachten steht vor der Tür, wir auch", erklärte Gewerkschaftssekretärin Andrea Busch.

Doch nicht nur im Einzelhandel stocken die Tarifverhandlungen, sondern auch im Großhandel. So streiken die Beschäftigten der oben genannten Unternehmen zusammen mit den Kollegen aus dem Großhandel.

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"Seit Juni kämpfen die Kolleginnen und Kollegen für einen wertschätzenden reallohnsichernden Tarifabschluss. Dieser wird ihnen von der Arbeitgeberseite verwehrt. Das hat zu einer bisher beispiellosen Streikbewegung im Handel geführt. Fast 100 Streiktage mit so großer Beteiligung an Personen und Betrieben hat es bisher nicht gegeben", so Andrea Busch.

Streikenden ziehen durch Chemnitz

Am Dienstag treffen sich die Streikenden am Chemnitzer Gewerkschaftshaus (Augustusburger Straße 33), um von dort in die Innenstadt zu ziehen, vorbei an der regionalen EDEKA-Zentrale in der Brückenstraße.

Dazu erklärt Gewerkschaftssekretär Thomas Schneider: "Hier wollen die Streikenden bildhaft und eindrucksvoll darstellen, wie sich die 'Blockademauer' der Arbeitgeber vom Handelsverband einreißen lässt. Wenn die Arbeitgeber nicht mal bereit sind, einen Termin für weitere Verhandlungen zu benennen, ist das schäbig, voller Missachtung ihren Beschäftigten gegenüber und ein Verkennen der Situation der in den Handelsbetrieben Tätigen."

Der Streikaufruf gilt zunächst bis zum 23. Dezember.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem 2,50 Euro mehr Lohn pro Stunde. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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