Chemnitz - Die Kunst ist noch da - doch wie viele Menschen kommen deswegen in die Region? Ein Jahr nach dem großen Kulturhauptstadt-Jahr fällt die Bilanz zum Kunst- und Skulpturenweg "Purple Path" unterschiedlich aus. Während manche Kommunen von anhaltendem Interesse berichten, bleibt andernorts die Nachfrage überschaubar.
Eine Gesamtzahl der Besucher lässt sich laut den Verantwortlichen nicht nennen. Die meisten Kunstwerke stehen frei zugänglich an vielen Orten der Region, eine zentrale Besuchererfassung gibt es daher nicht.
Einzelne Veranstaltungen geben jedoch Richtwerte: Beim Purple-Path-Wochenende im September lockten mehr als 130 Veranstaltungen Besucher an.
Die Licht- und Klanginstallation "Tiefenzeit" in der Geyerschen Binge sahen rund 3000 Menschen. Der Rave im Erzgebirgsbad Thalheim war mit 800 Gästen ausverkauft, die Ausstellung "Schnick. Schnack. Schnuck." in Flöha kam auf rund 750 Besucher.
Gästeführerin Ramona Wagner (68) bezeichnete ihre Bustour "Purple Path bei Nacht" als "vollen Erfolg" - sie war ausgebucht und soll am 24. Oktober erneut stattfinden.
Der Tourismusverband Chemnitz-Zwickau zählte bei seinen Touren nach eigenen Angaben seit April jedoch lediglich rund 160 Gäste.
Überschaubare Besucherzahl in Zwickau, viel Interesse in Freiberg
In Zwickau, wo das Werk "dingenunner, dingenauf" steht, sei die Resonanz "zumindest, was konkrete Nachfragen anbelangt, vergleichsweise überschaubar", so ein Stadtsprecher.
Ein anderes Bild zeichnet sich in Freiberg: "Das Interesse an diesem Pfad ist nach wie vor ungebrochen", sagt Anja Fiedler, Leiterin des Amtes Kultur-Stadt-Marketing.
"In der Stadtinformation gibt es gelegentlich telefonische Anfragen zu den Kunstwerken", heißt es aus Limbach-Oberfrohna.
Aber: "Ein belastbarer, dauerhaft tourismus-wirtschaftlicher Effekt stellt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit erst nach drei bis fünf Jahren ein."