Chemnitz - Was für ein Schock für den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz: Mitte September klauten Unbekannte einen Davidstern-Anhänger - für das Museum ein immenser Verlust. Doch mittlerweile tauche das gestohlene Exponat wieder auf. Von dem Täter fehlt allerdings weiterhin jede Spur.
Nachdem die Polizei einen Zeugenufruf veröffentlicht hatte, wurde am Freitagabend der Kriminalpolizei eine Geldbörse als Fundsache anonym abgegeben. "In dieser befand sich unter anderem das gestohlene Exponat", so eine Polizeisprecherin.
Der historische Davidstern-Anhänger ist also wieder da! Von wem er gestohlen wurde, ist allerdings weiterhin unklar. "Es erfolgt eine kriminaltechnische Untersuchung", heißt es.
Anschließend bekommt das Kaßberg-Museum sein Exponat zurück. "Die Ermittlungen zur unbekannten Täterschaft werden indes vom Dezernat Staatsschutz fortgeführt", so die Polizei abschließend.
Fakt ist: Die Täter schlugen zwischen dem 16. und 23. September zu - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sie beschädigten während der Öffnungszeiten eine Schautafel und stahlen den Davidstern.
Die Polizei schaltete sich an - die Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung in Tateinheit mit besonders schwerem Fall des Diebstahls wurden aufgenommen.
Diebe hatten es auf Nazi-Exponate abgesehen
Die Diebe hatten es offenbar gezielt auf Nazi-Exponate abgesehen. "Im gesamten Ausstellungsbereich zur NS-Diktatur sind Manipulationsversuche erkennbar. Offenbar wurde versucht, mehrere Ausstellungsobjekte zu entwenden", teilte das Team des Kaßberg-Gefängnisses auf der Webseite mit.
Immerhin bekommt das Museum nun den Davidstern-Anhänger wieder zurück. "Das ist eine tolle Nachricht", freut sich Jürgen Renz (51), Vorsitzender des Trägervereins, gegenüber TAG24. "Es zeigt auch, dass der öffentliche Druck, den wir ausgeübt haben, was gebracht hat."
Denn: "Das Exponat hat nicht nur einen Erinnerungskulturellen und historischen Wert, sondern vor allem eine unschätzbare persönliche Bedeutung", so der Verein.