Chemnitz - Es war eine unfassbare Tat: Eine brutale Teenie-Gang raubte vor etwa fünf Wochen zwei junge Frauen (23, 24) auf dem Chemnitzer Kaßberg aus. Wochenlang suchte die Polizei nach den jugendlichen Räubern. Nun konnten die Beamten dank Videoüberwachung insgesamt neun Teenager im Alter zwischen elf und 17 Jahren ermitteln.
"Es handelt sich fast ausnahmslos um Mädchen. Drei Tatverdächtige sind noch im Kindesalter", so ein Polizeisprecher.
Konkret wurden acht Mädchen (6x deutsche, 1x syrische und 1x libysche Nationalität) sowie ein Junge (Libyer) ausfindig gemacht.
"Die Ermittler konnten seither neun Tatverdächtige unter anderem mit Unterstützung der Wiedererkenner der Polizeidirektion Chemnitz identifizieren", teilt die Polizei mit.
Dabei halfen auch die Videoaufnahmen aus jenem Bus, mit dem die Teenie-Bande unterwegs war. Zudem wurde das gestohlene Handy zwischenzeitlich gefunden.
Unglaublich! Die Teenie-Räuber hinterließen darauf eine Videobotschaft. "Auf dem Smartphone waren von den Tatverdächtigen gefertigte Videos gespeichert, in welchen sie sich mit den Taten brüsteten", so die Polizei.
Aktuell laufen die Ermittlungen der Polizei weiter. Zudem muss geklärt werden, inwiefern die Teenager an den Taten beteiligt waren.
Teenie-Bande attackierte zwei junge Frauen
Der brutale Vorfall geschah Mitte September. Eine 23-Jährige wartete in den Abendstunden an der Haltestelle "Barbarossastraße" auf ihren Bus. Auch die Teenager-Gang stand an der Haltestelle.
Die Jugendlichen verhielten sich aggressiv, beleidigten die Frau und gingen auf sie los. Mehrfach wurde die 23-Jährige geschlagen, anschließend bekam sie Pfefferspray ins Gesicht. Zudem krallten sich die Aggro-Teenager ihre Handtasche.
Danach stieg die Gruppe in einen Bus. Die ausgeraubte Frau alarmierte eine Freundin (24), die an der nächsten Haltestelle auf denselben Bus wartete.
Als die Teenies dort ausstiegen, knöpfte sich die 24-Jährige die Räuber-Bande vor. Dabei wurde sie ebenfalls mit Pfefferspray attackiert - ihr Smartphone wurde gestohlen.
Die Tat schockierte auch Politiker. Mehrere Stadträte äußerten sich zu den vermehrten Gewalt-Vorfällen in den vergangenen Wochen - so auch Michael Specht (40, CDU). Angesichts der jungen Täterinnen und Täter forderte er mehr Schulsozialarbeit.