SPD-Stadtrat Müller nach zahlreichen Vorfällen: "Gewalt darf in Chemnitz nicht zur Normalität werden"

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Chemnitz - Eine Gewalt-Welle rollt über Chemnitz. In der vergangenen Woche kam es zu zahlreichen Delikten: Messerangriffe, Schlägereien, Pfefferspray-Attacken. Für SPD-Stadtrat Detlef Müller (62) ist die "Häufung von Gewaltvorfällen innerhalb weniger Tage besorgniserregend".

SPD-Stadtrat Detlef Müller (62) ist angesichts der zahlreichen Gewalt-Vorfälle in der vergangenen Woche besorgt.
SPD-Stadtrat Detlef Müller (62) ist angesichts der zahlreichen Gewalt-Vorfälle in der vergangenen Woche besorgt.  © Uwe Meinhold

"Gewalt darf in Chemnitz nicht zur Normalität werden", mahnt Müller. Gerade bei Kindern und Jugendlichen müsse man genau hinschauen, sagt der SPD-Politiker mit Blick auf einen Vorfall am Wochenende. Eine Kinder- und Jugendgang attackierte und beraubte zwei junge Frauen (23, 24).

Wichtig seien unter anderem mehr Polizeistreifen. Doch auch diese Maßnahme könne nicht jeden Vorfall verhindern. "Deshalb müssen wir auch früher ansetzen", erklärt der SPD-Politiker.

Er verweist auf Prävention und Jugendarbeit. Dafür müsse auch geklärt werden, aus welchen familiären Verhältnissen die Jugendlichen kommen - ebenso, ob es zuvor Vorkommnisse oder Auffälligkeiten bei anderen Delikten gab.

"Für die SPD ist deshalb wichtig, dass die zuständigen Ämter der Stadtverwaltung eng zusammenarbeiten, Informationen zusammenführen und Auffälligkeiten möglichst früh erkennen", sagt Müller.

SPD-Stadtrat Müller: "Straftaten unabhängig von Herkunft oder Nationalität konsequent verfolgen"

In der Brückenstraße führte vergangene Woche eine Schlägerei unter mehreren Männern zu einem Polizeieinsatz. (Archivfoto)
In der Brückenstraße führte vergangene Woche eine Schlägerei unter mehreren Männern zu einem Polizeieinsatz. (Archivfoto)  © Haertelpress

Dass unter den Tatverdächtigen vermehrt Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sind, sei eine Tatsache. "Es lässt sich weder relativieren noch daraus eine pauschale Erklärung für Gewalt ableiten", so Müller.

Der SPD-Politiker führt aus: "Entscheidend ist das konkrete Verhalten des Einzelnen - und dass Straftaten unabhängig von Herkunft oder Nationalität konsequent verfolgt werden."

Nicht nur Müller, auch Grünen-Stadtrat Joseph Israel (27) ist über die Häufung der Vorfälle besorgt. "Gewalt - ganz gleich, in welcher Form und wo sie stattfindet - ist absolut inakzeptabel", sagt der 27-Jährige.

Auch in dieser Woche sorgte ein weiterer Vorfall für Aufsehen: Ein bislang unbekannter Mann raubte am hellichten Tag einen Mann (35) in der Chemnitzer Innenstadt aus. Er zückte dabei ein Messer und bedrohte den 35-Jährigen.

Titelfoto: Bildmontage: haertelpress, Uwe Meinhold

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