Fast gestorben! Irakischer Arzt rettet Jäger aus dem Erzgebirge das Leben

Freiberg/Hermsdorf - Dass Siegmar Lohse (85) aus Hermsdorf im Erzgebirge noch lebt, ist ein kleines Wunder. Der passionierte Jäger litt unbemerkt unter einer Ausdehnung der Hauptschlagader. Überlebenschance: nur etwa 55 Prozent. Doch Chefarzt Dr. Al-Nakkash aus dem Kreiskrankenhaus Freiberg rettete durch schnelles Handeln das Leben des Rentners.

Chefarzt Dr. Al-Nakkash (r.) rettete dem Erzgebirger Siegmar Lohse (85) das Leben. Der Rentner litt unter einem plötzlichen Riss der Hauptschlagader.
Chefarzt Dr. Al-Nakkash (r.) rettete dem Erzgebirger Siegmar Lohse (85) das Leben. Der Rentner litt unter einem plötzlichen Riss der Hauptschlagader.  © Kreiskrankenhaus Freiberg

An den dramatischen Tag kann sich Siegmar Lohse noch genau erinnern. Es war der Nachmittag des 7. Dezember. "Gegen vier brach ich auf und bezog meinen Ansitz", berichtet der 85-jährige Jäger.

Plötzlich fühlte er einen Stich in der Magengegend, seine Beine sackten weg. Er wusste sofort, dass etwas nicht stimmte. Also kletterte er von seinem Hochsitz, ging zu seinem Wagen und fuhr nach Hause.

Daheim angekommen, berichtete er seiner Frau von dem stechenden Schmerz. Sie rief seinen Sohn an, der den Ernst der Lage erkannte und sofort den Notarzt alarmierte.

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Dann ging alles ganz schnell. Der Rentner wurde ins Freiberger Krankenhaus gebracht und geriet in die Chefarzt-Hände von Dr. Al-Nakkash. Der im Irak geborene Mediziner leitet seit Oktober 2021 die Klinik für Gefäßchirurgie.

Er leitete eine Not-OP ein. Von diesem Moment an kann sich Siegmar Lohse an nichts mehr erinnern. Erst als er am nächsten Tag auf der Intensivstation aufwachte, wurde ihm klar, wie viel Glück er hatte.

Chefarzt: "40 bis 45 Prozent der Patienten überleben das nicht"

Eine zweistündige OP rettete Siegmar Lohse aus dem Erzgebirge das Leben (Symbolbild).
Eine zweistündige OP rettete Siegmar Lohse aus dem Erzgebirge das Leben (Symbolbild).  © 123rf/ake1150

"Ursächlich für seine Beschwerden war eine Aussackung an der Hauptschlagader, die in jenem Augenblick auf dem Ansitz gerissen ist. Herr Lohse hätte binnen weniger Minuten innerlich verbluten können", berichtet der Chefarzt und ergänzt: "Herr Lohse hat unbeschreiblich großes Glück gehabt."

Eine solche Ausdehnung der Hauptschlagader kann über Jahre im Vorfeld bestehen, ohne dass der Betroffene etwas davon merkt. Die Aussackung wird eher zufällig bei einer Ultraschall-Untersuchung entdeckt oder aber - wie bei Siegmar Lohse - wenn die Hauptschlagader reißt.

"40 bis 45 Prozent der Patienten überleben so einen Aortenriss nicht, da sie es entweder nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen oder aufgrund des hohen Blutverlustes noch im Krankenhaus versterben", erklärt Dr. Al-Nakkash.

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Während der zweistündigen OP setzte der Chefarzt eine sogenannte Gefäßprothese aus Polyester, entfernte dabei die lokale Aussackung eines Blutgefäßes und rettete dem Rentner somit das Leben.

Der Erzgebirger ist nun überglücklich und dem gesamten Freiberger Team dankbar: "Die Pflegerinnen und Pfleger auf Station haben mich freundlich und hilfsbereit unterstützt und zusammen mit den Ärzten schnell wieder auf die Beine gebracht." Nach nur elf Tagen konnte der Senior das Krankenhaus wieder verlassen und sich seinem liebsten Hobby widmen: dem Jagen.

Titelfoto: 123rf/ake1150, Kreiskrankenhaus Freiberg

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