Aus für beliebtes Glühbier auf Chemnitzer Weihnachtsmarkt? Turm-Brauhaus-Chef sauer
Chemnitz - Turm-Brauhaus-Chef André Donath (59) ist sauer. 14 Jahre lang schenkte er auf dem Chemnitzer Weihnachtsmarkt Glühbier und Glühwein aus - alles aus einer Bude. Doch damit ist jetzt Schluss: Die neue Ausschreibung der Stadt für 2026 verbietet plötzlich den gemeinsamen Ausschank. Künftig gilt: entweder Glühbier oder Glühwein. Da macht der Gastronom nicht mit.
Drei Stände dürfen in diesem Jahr laut Amtsblatt "Glühbier/Bier" verkaufen, zwölf Zulassungen werden für "sonstige Heißgetränke" vergeben.
Auf TAG24-Nachfrage erklärt die Stadt, man wolle so die Angebotspalette erweitern. Als Veranstalter hätte sie "die Akzeptanz und die vorhandene Nachfrage" nach Bier registriert.
Aber: "Auf Wunsch der Stadt Chemnitz wird und soll es nicht an jeder Glühweinhütte auch ein mehr oder weniger gut gezapftes Bier geben."
Eine zu allgemeine Getränke-Ausschreibung, wie sie in der Vergangenheit üblich war, hätte laut einer Stadt-Sprecherin genau dazu geführt.
Für Donath ein klarer Schlag ins Aus: Es seien Vorgaben, die für ihn "einen wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr ermöglichen", schimpft er. Glühbier sei ein Nischen-Produkt und als Einzelangebot nicht so gewinnbringend wie sein bisheriges Konzept.
Sonderangefertigte Hütte wird bereits bei "Kleinanzeigen" angeboten
Die Konsequenz: Das Turm-Brauhaus wird nach 14 Jahren kein "Glühbi" mehr auf dem Weihnachtsmarkt anbieten. Die sonderangefertigte Hütte verscherbelt Donath bereits bei "Kleinanzeigen". Bisher habe es dafür noch keinen Interessenten gegeben.
"Aber es ist ja auch noch ein bisschen Zeit bis Dezember. Am Ende ist das eine Frage des Preises", so Donath im TAG24-Gespräch. Aktuell liegt das Angebot für das Holzhaus bei 23.000 Euro.
Auf dem benachbarten "Erzgebirgsdorf" am Düsseldorfer Platz gilt die neue Regelung übrigens nicht: In der großen Pyramide von Betreiber André Gruhle (50) darf weiterhin sowohl Glühwein als auch Bier fließen.
Der Grund: Das Areal wird nach Angaben der Stadt nicht über die reguläre Ausschreibung vergeben, sondern von Gruhle eigenständig auf Basis eines separaten Vertrags betrieben.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)
