Schauspielhaus-Debatte: Was Chemnitzer wissen wollten

Chemnitz - Am Donnerstag- und Freitagabend wurde in der "Stadtwirtschaft" heiß diskutiert: Wie geht es weiter mit dem Chemnitzer Schauspielhaus?

Stellten sich den Fragen (v.l.): Marko Grünberg und Roland Müssig von der Beratungsagentur Drees & Sommer sowie Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos).
Stellten sich den Fragen (v.l.): Marko Grünberg und Roland Müssig von der Beratungsagentur Drees & Sommer sowie Kulturbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (66, parteilos).  © Uwe Meinhold

Grundlage waren neue Berechnungen der Dresdner Beratungsfirma Drees & Sommer: 50 Millionen Euro würde die Sanierung des alten Schauspielhauses kosten, mit Ausbau (für Figurentheater und Studiobühne) 69 Mio. Euro.

Rathaus und Theater favorisieren einen Neubau am Spinnbau, der zwischen 56 Mio. (neues Schauspielhaus) und 75 Mio. Euro (mit zweitem Neubau für Werkstätten, Lager etc.) kosten würde.

Alles klar? Nicht ganz: "Inwieweit wurde der Faktor Zeit berücksichtigt?", fragte Theatergängerin Andrea Wagner. Baubürgermeister Thomas Kütter (49, parteilos): "Um die fünf Jahre wird es brauchen, um alles zu errichten."

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Die Schauspielhaus-Sanierung ohne Anbau wäre in vier Jahren möglich - also frühestens 2029/30.

Die 125 Plätze in der "Stadtwirtschaft" waren an beiden Abenden ausgebucht.
Die 125 Plätze in der "Stadtwirtschaft" waren an beiden Abenden ausgebucht.  © Uwe Meinhold
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Mahnung der Chemnitzer Architektin Kerstin Bochmann: "Unsere Innenstadt blutet aus!"

Die Zeichnung zeige das "Kultur-Quartier Spinnbau" - grau die Bestandsgebäude, gelb die Neubauten.
Die Zeichnung zeige das "Kultur-Quartier Spinnbau" - grau die Bestandsgebäude, gelb die Neubauten.  © Uwe Meinhold

"Sind auch andere Standorte geprüft worden?", wollte Robert Assmann von der Chemnitzer Volksbühne wissen. Ja, versichert Kütter: "Aber für jede andere verfügbare Freifläche in der Innenstadt kommt man auf geschätzte Baukosten von 200 Millionen Euro." Applaus gab es für die Mahnung der Chemnitzer Architektin Kerstin Bochmann: "Unsere Innenstadt blutet aus!"

Und Alexander Borg sorgte sich: "Wenn man sich für den Spinnbau entscheidet: Was wird dann aus unserem Schauspielhaus?" Kütter: "Es geht darum, das Haus im Rahmen des Denkmalschutzes weiterzuentwickeln." Der ASB habe bereits Interesse signalisiert, das direkt angrenzende Pflegeheim zu erweitern.

Was Besucherin Evelyn Schubert aussprach, dachten sich offenbar viele - und darauf gab es keine ergiebige Antwort: "Wo sollen die Millionen für den Neubau herkommen?"

Titelfoto: Uwe Meinhold

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