Starke Typen für große Dampfmaschine: Wir sind die Kesselwärter vom Chemnitzer Industriemuseum
Chemnitz - Wenn es richtig dampft, kommen sie zum Einsatz: Kesselwärter sind für die Wartung von Kesselanlagen zuständig. Dazu gehört auch die Überwachung und Vorführung der großen Dampfmaschine im Chemnitzer Industriemuseum. Ulf Lindner (56) ist einer von drei Experten, die die Anlage überprüfen.
Hauptberuflich ist Lindner wie sein Kollege Frank Hartmann (54) als Vorführer von Exponaten im Industriemuseum tätig: Spinnmaschine, Dampfmaschine, etc. - Ulf Lindner kann sie alle bedienen.
Die Ausbildung zum Kesselwärter ist notwendig, "um die Dampfmaschine hier im Haus vorführen zu können", so Ulf Lindner.
Er war vorher als Schlosser in Auerswalde tätig und hatte bereits dort mit Dampfanlagen zu tun.
Vor sieben Jahren schloss er die Weiterbildung zum Kesselwart ab. "Die Ausbildung dauert zwei Wochen", erzählt Ulf Lindner. Die große Dampfmaschine ist im Industriemuseum, die Kesselanlage außerhalb.
Seit 2003 steht die Dampfmaschine in Chemnitz
Eine der Aufgaben als Kesselwart ist es, Fehler zu beheben. Die Prüfung erfolgt täglich, die Wartung einmal im Jahr.
Die Dampfmaschine im Industriemuseum hatte ursprünglich im Erzgebirge bis Mitte der 70er-Jahre vier Gattersägen angetrieben und zwei Generatoren zur Stromerzeugung. Seit 2003 steht das Technik-Wunder in Chemnitz.
Doch dies ist nur ein Bruchteil der Aufgaben: "Um die Dampfmaschine betreiben zu können, muss man vier Stunden vor Betriebsstart den Kessel hochheizen", erklärt Lindner.
Eine Betätigung per Knopfdruck ist also nicht drin. Außerdem muss man für den Beruf brennen: "Das Faszinierende ist der Betrieb der Dampfmaschine. Das ist richtig schöne alte Technik".
Titelfoto: Uwe Meinhold

