Toni Krahl mit eigener Musik auf Tour: Darum schwärmt er von seinen Auftritten in Chemnitz

Chemnitz - 2022 verabschiedete sich CITY auf der "letzten Runde" nach 50 Jahren Bandgeschichte von seinem Publikum. Doch die Rockerrente liegt für Front-Sänger Toni Krahl (76) noch in weiter Ferne. Nach einem Zwischenstopp bei SILLY präsentiert der Vollblutmusiker nun sein erstes eigenes Album - auch in Chemnitz.

Mit seinem Chemnitzer Freund Carsten Zeise (r.) trifft er sich häufig, wenn Toni Krahl (76) in der Stadt ist.  © Ralph Kunz

Zehn Konzerte liegen bereits hinter Krahl und seinen "KINX vom Prenzlauer Berg", als wir ihn bei seinem Freund, dem Bassisten und Produzenten Carsten Zeise, im Sonic-Music-Studio in Chemnitz treffen.

"Hier haben wir schon viel Zeit zusammen verbracht", erinnern sich die beiden Musiker. "Nur seine Songs hat er bei mir noch nicht aufgenommen", stichelt der Studioleiter seinen Freund.

"Aber wir standen schon häufig zusammen auf der Bühne", kontert Krahl. Apropos "Bühne": Wie läuft die Tour bisher? "Natürlich waren wir zu Beginn aufgeregt. Aber das Publikum hat uns von Anfang an durchgetragen", schwärmt der 76-Jährige.

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Das Konzertprogramm besteht aus CITY-Hits und KINX-Liedern zu gleichem Anteil. Nur die Songs vom "Genauso war's"-Album hätten den Abend allein nicht gefüllt. Dabei zeigt sich der Vollblutmusiker sehr ehrfürchtig, weil "die neuen unbekannten KINX-Lieder nicht abgestunken sind." Außerdem war es ihm wichtig, auch die Erinnerung an seine langjährige Band weiterzutragen.

Deswegen auch der Name seiner Band: "Ich wollte mit dem Namen eine Brücke zu CITY schlagen (Anm. d. Redaktion: an das CITY-Lied 'Der King vom Prenzlauer Berg')." Dabei sei der Name zudem Programm. "So wie bei Udo Lindenbergs 'Panikorchester'", lacht der Berliner.

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Bei dieser Band ist der Name Programm: Toni Krahl (76, M.) und die KINX vom Prenzlauer Berg.  © Sarah Fuchs

Besonderes Konzert in den 80ern in Chemnitz erlebt

Derzeit ist Toni Krahl (76) mit seinen "KINX vom Prenzlauer Berg" auf Tour.  © Sarah Fuchs

Am 30. Januar spielt Krahl mit seiner Band in der Chemnitzer Stadthalle. "Da durften wir auf unserer letzten Tour mit CITY dreimal auftreten. Das war schon etwas Besonderes", erinnert sich der Sänger.

Seinen persönlichen Schlüsselmoment mit Chemnitz erlebte er jedoch schon Jahre zuvor. Krahl erinnert sich an ein Konzert Anfang der 80er-Jahre zurück, als CITY bei einem Interpretenwettbewerb im damaligen Karl-Marx-Stadt aufgetreten ist.

Im Vorfeld besorgten sie sich schwarz-glitzernde Erdbeerfolie aus den umliegenden Gartencentern und hingen die halbe Halle damit ab: "Die Besucher dachten, wir sind 'ne Band aus dem Westen", erinnert sich Krahl.

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Außerdem entstand dort eine langjährige Tradition: Der Berliner spielte zum ersten Mal das Solo von "Am Fenster" auf einem Luftballon. "Bis heute werde ich gefragt, ob ich das wieder mit ins Programm nehmen kann."

Vom City-Pub zum "KINX"-Pub?

TAG24-Redakteurin Sarah Fuchs (37) im Gespräch mit Toni Krahl (76, M.) und dem Chemnitzer Produzenten Carsten Zeise.  © Ralph Kunz

Auch an das Interhotel (heute: Congress Hotel Chemnitz) hat Krahl nur gute Erinnerungen. "Da haben wir oft und am liebsten übernachtet."

Den nahegelegenen City-Pub besucht er mit seiner Frau Tanja bis heute noch gerne. "Wobei sie ihn jetzt ja eigentlich in 'KINX'-Pub umbenennen müssten", lacht der 76-Jährige.

In seinen Augen hat die Stadt bis heute viel zu bieten. So schwärmt der Berliner auch von Kraftklub: "Chemnitz kann man nur zu der Band gratulieren."

Er selbst hat von dem Kulturhauptstadt-Jahr nur sehr wenig mitbekommen. Für die Stadt und ihr Umland wünscht sich Krahl aber, dass die Kulturhauptstadt noch lange nachwirkt.

Wer die erste Tour von Toni Krahl und den KINX vom Prenzlauer Berg nicht verpassen möchte, hat am 30. Januar, um 19.30 Uhr, in der Chemnitzer Stadthalle die Möglichkeit. Tickets gibt's ab 59,90 Euro.

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