Ahorn-Drama in Chemnitz: Polizei beendet Baum-Besetzung - Fällung gestartet

Chemnitz - Der Streit um den mehr als 100 Jahre alten Ahorn in der Further Straße endete am Dienstagnachmittag abrupt: Unter Polizeischutz wurde der Baum in Chemnitz gefällt, eine Anwohnerin in Gewahrsam genommen. Zurück bleiben fassungslose Nachbarn - und ein Bauherr, der sich im Recht sieht.

Der 100 Jahre alte Ahorn im Innenhof der Further Straße 12 wurde trotz Protesten am Dienstag gefällt.
Der 100 Jahre alte Ahorn im Innenhof der Further Straße 12 wurde trotz Protesten am Dienstag gefällt.  © Kristin Schmidt

Bereits am Morgen gegen 8 Uhr war eine Fällfirma mit Kran angerückt, um den Baum zu entfernen. Anwohnerin Elžběta Laabs (46) stellte sich dem entgegen.

Ihr Mann Stefan kletterte erneut in den Baum, um die Arbeiten zu verhindern. Da eine Fällung mit einer Person im Geäst nicht möglich war, zogen die Beamten zunächst wieder ab.

Jedoch rückte einige Stunden später die Polizeimit einem größeren Aufgebot an, um die Fällung abzusichern.

Der Bauherr kündigt eine Ersatzpflanzung an

Anwohnerin Elžběta Laabs (46, r.) setzt sich für den Baum ein und unterhält sich mit der Polizei.
Anwohnerin Elžběta Laabs (46, r.) setzt sich für den Baum ein und unterhält sich mit der Polizei.  © Kristin Schmidt
Der Baum wird unter Bewachung der Polizei abgetragen.
Der Baum wird unter Bewachung der Polizei abgetragen.  © Jan Härtel/Chempic
Bauherr Michael Oberacher (66) verteidigt die Fällung.
Bauherr Michael Oberacher (66) verteidigt die Fällung.  © Jan Härtel/Chempic

Gegen 16 Uhr war der alte Ahorn schließlich Geschichte. Viele Nachbarn reagierten geschockt, manche mit Tränen in den Augen. Vera Luther (35) sagt: "Hier werden 100 Jahre in einer Stunde platt gemacht. Das macht uns alle fassungslos." Aber auch Wut mischte sich in die Gefühle der Anwohner: "Die Sache wird noch ein rechtliches Nachspiel haben", meint Anwohner Andreas Fiedler (61).

Bauherr Michael Oberacher (66) verteidigte sein Vorgehen: "Die Fällgenehmigung der Stadt ist gültig. Der Baum war nicht standsicher und musste weichen." Er kündigte Ersatzpflanzungen an.

Der Baum musste für den Bau einer neuen Tiefgarage mit rund 38 Stellplätzen gefällt werden. Dazu soll noch ein Wohnhaus gebaut werden. Es gab vorab bereits zwei Fällversuche, die verhindert werden konnten.

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Erstmeldung: 9. September, 15.52 Uhr, zuletzt aktualisiert: 18.50 Uhr

Titelfoto: Kristin Schmidt

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