Alkoholverbot an Sachsen-Allee in Chemnitz - jetzt wird woanders gepichelt
Chemnitz - Das Alkoholverbot am Thomas-Mann-Platz sollte in Chemnitz das Trinkproblem vor der Sachsen-Allee lösen. Die fraktionslosen Stadträte Sebastian Cedel (41, Die PARTEI) und Tommy Nguyen (32, Die PARTEI) kritisieren eine Verdrängungsspirale.
"Für die betroffenen Leute ist das Problem nicht gelöst", kritisieren die Stadträte. Sie sind sich sicher: Das Alkoholkonsumverbot löst keine sozialen Probleme, Betroffene trinken woanders weiter.
Der Stadt liegen derzeit allerdings keine belastbaren Erkenntnisse vor, "die eine eindeutige Verlagerung der zuvor am Thomas-Mann-Platz festgestellten Problemlagen in angrenzende Bereiche belegen".
Zudem seien Verlagerungseffekte nicht im Vorfeld zuverlässig zu prognostizieren.
Allerdings halten sich am Thomas-Mann-Platz einige weiterhin nicht an das Alkoholverbot. Vor Ort sagen Betroffene gegenüber TAG24, die meisten seien mittlerweile hinter die Volksbank an der Dresdner Straße gezogen.
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Sind die Trinker jetzt hinter die Volksbank an der Dresdner Straße gezogen?
Die Volksbank bestätigt das auf Nachfrage: "Wir nehmen seit einiger Zeit Veränderungen im Umfeld unserer Filiale an der Dresdner Straße wahr. Vereinzelt haben Kunden diese Entwicklung gegenüber unseren Mitarbeitern thematisiert."
Laut Stadt werden an den Thomas-Mann-Platz angrenzende Bereich im regulären Dienst des Ordnungsamts berücksichtigt. Bei konkreten Hinweisen gebe es anlassbezogene Kontrollen.
Für Cedel und Nguyen ist jedoch klar: "Die Verwaltung und auch der Stadtrat machen es sich mit dem Alkoholkonsumverbot einfach."
Statt die Menschen nur zu vertreiben, müsse die Stadt neue Wege gehen. "Beispielsweise gibt es Städte, die Stellen für Trinker bieten."
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)

