Suff-Problem vor der Chemnitzer Sachsen-Allee: Ziehen die Trinker einfach weiter?
Chemnitz - Seit Juli gilt auf dem Thomas-Mann-Platz ein Alkoholverbot. Die Stadt und das Centermanagement der Sachsen-Allee ziehen positive Bilanz. Doch verlagert sich das Problem lediglich?
Ein Leser machte die TAG24-Redaktion darauf aufmerksam, die Trinkerszene würde sich inzwischen auf der anderen Seite der Sachsen-Allee, am Eingang zum Parkhaus, treffen.
Auch der fraktionslose Stadtrat Sebastian Cedel (42, Die PARTEI) kritisiert, dass sich das Problem verschiebt.
Das Alkoholverbot löse keine sozialen Probleme: "Dass Menschen mit problematischem Alkoholkonsum nicht spontan ihre Lebensführung überdenken, sondern gegebenenfalls schlicht zwanzig Meter weiterziehen, gehörte zu den eher überraschungsarmen Prognosen."
An den Bushaltestellen entstehe dadurch aus seiner Sicht erneut eine Situation, die für Passanten und Anwohner problematisch sein könne. Dabei spielte der Schutz unbeteiligter Dritter beim Entscheid des Stadtrates eine entscheidende Rolle.
Titelfoto: Kristin Schmidt