Baustellenservice vom Chemnitzer Rathaus lässt viele Fragen offen
Chemnitz - Baustellen gibt es in Chemnitz genug. Das Verkehrs-Chaos beginnt oft schon bei der Suche nach den Infos. Erst im vergangenen Jahr hatte das Rathaus seinen digitalen Baustellenservice nachgeschärft, nachdem die CDU Ende 2023 im Stadtrat eine bessere Bürgerinformation durchgedrückt hatte. TAG24 hat den Service (Stichtag: Freitag, 6. März) mit aktuellen, von der Stadt angekündigten Sperrungen getestet. Das Ergebnis: Wer Glück hat, findet seine Baustelle - aber sicher ist das nicht.
Bis dahin ist es allerdings ein Hindernislauf. Auf der Seite "Verkehrseinschränkungen und Baustellenservice" verspricht eine Karte mit Suchfunktion schnellen Überblick. Weiter unten führt ein gesonderter Link ins eigentliche Baustelleninformationssystem. Zwei Einstiege, zwei Ebenen, zwei Systeme.
Das Rathaus erklärt, auf der Startseite sollten "schnell auf dem ersten Blick die wichtigsten Baustellen im Hauptnetz angezeigt werden".
Für "individuelle Anfragen und Informationen über die Baumaßnahmen innerhalb der Stadt Chemnitz" müsse der Nutzer weiterklicken.
Ein erster Test zeigt: Weder die Baustelle Chopinstraße noch die Verkehrseinschränkung Kaßbergstraße sind ohne Weiteres zu finden. Zur Chopinstraße teilt die Stadt mit, sie sei keine "Baustelle im Hauptstraßennetz der Stadt Chemnitz": "Aus diesem Grund erfolgt nur die Veröffentlichung im Baustellenatlas."
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Warum taucht Kaßbergstraße nicht im System auf?
Noch schräger ist der Fall Kaßbergstraße. Dort gilt eine Einbahnstraßenregelung, die für Verkehrsteilnehmer ganz real ist, im System aber nicht auftaucht.
Die Stadt schreibt: "Die Einbahnstraße Kaßbergstraße ist keine Baustelle, sondern eine verkehrsregelnde Maßnahme. Die Darstellung im Baustellenatlas ist systembedingt nicht möglich."
Stadtrat Michael Specht (40, CDU) bringt das Kernproblem auf den Punkt: "Den Bürger interessiert es nicht, wer die Baustelle verursacht oder ob es eine Straße mit überregionaler Bedeutung ist. Nur, ob sie zu seinem Haus geht oder nicht."
Und weiter: "Alles sollte in einer Karte sein. Es geht ja auch keiner in den Supermarkt und sucht die eine Milch im Milchregal, die nächste irgendwo anders neben dem Käse."
Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, Uwe Meinhold

