Chemnitz - Zum 36. Mal findet am Samstag das traditionelle Skispringen unter Flutlicht auf der Gussgrundschanze im Chemnitzer Stadtteil Grüna statt. Gleichzeitig feiert der Wintersportverein das 70-jährige Bestehen der Schanze. Rund 50 Teilnehmer aus sieben Vereinen haben sich angemeldet. Als besonderer Gast wird die nordische Kombiniererin Jenny Nowak (24) erwartet.
In neun Altersklassen treten Mädchen und Jungen an. Das Training beginnt um 17 Uhr, der Wettkampf um 19 Uhr. Nowak gehört zur ersten Generation des 2012 gegründeten sächsischen Ladies Junior Teams.
Mehrere der damaligen Nachwuchsspringerinnen schafften später den Sprung in die Weltspitze. Auch Nowak ist früher in Grüna gesprungen.
Die Schanzenanlage ist heute ein wichtiger Trainingsort für den Nachwuchs. Auf vier Schanzen mit Sprungweiten von vier bis 39 Metern trainieren Kinder zwischen vier und 14 Jahren.
"Unsere Jüngsten sind etwa vier Jahre alt. Sie trainieren zunächst auf unserer Mini-Schanze und wechseln dann auf die nächstgrößeren Schanzen. So bereiten sie sich Schritt für Schritt darauf vor, später an die Bundesstützpunkte oder Sportschulen zu wechseln", sagt Vorstandsmitglied Michaela Haustein (48).
Bei den Sachsen-Pokal-Wettkämpfen sei der Verein regelmäßig mit rund 20 Teilnehmern vertreten.
Anlage soll modernisiert werden
Die heutige Gussgrundschanze unterscheidet sich allerdings von ihrer ursprünglichen Konstruktion. Die 1956 errichtete Anlage bestand zunächst aus Holz und wurde 1989 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt.
"Ein Hubschrauber lieferte die Metallbauteile", erzählt Haustein. Seitdem wird die Schanze regelmäßig instand gehalten.
Nun soll die Anlage modernisiert werden. Geplant sind eine neue 50-Meter-Schanze und die Sanierung der kleineren Schanzen. Künftig soll dort ganzjährig auf Kunststoffmatten trainiert werden können, unabhängig von Schnee. Der Stadtrat gab im März grünes Licht für die Pläne.
Joseph Israel (26) von den Grünen hatte zuvor zusätzliche Prüfungen zu Naturschutz und Verkehrsanbindung gefordert. Inzwischen läuft das Bebauungsverfahren.
"Das Naturschutzgutachten läuft gerade und ist fast abgeschlossen", sagt Haustein. Die Kosten werden laut Machbarkeitsstudie auf rund 3,5 Millionen Euro geschätzt.