Praxen abgeschnitten: Ärzte protestieren gegen Langzeit-Baustelle

Chemnitz - Ein knappes Jahr lang wird auf der Straße der Nationen zwischen Emilienstraße und Müllerstraße gebaut. Busse kommen vorerst gar nicht durch, Autos nur stellenweise. Die anliegenden Mediziner fragen sich, wie jetzt ihre Patienten zu ihnen kommen sollen.

Dr. Dietmar Trautz (65), Dipl.-Med. Barbara Röber (63), Krankenschwester Ariane Gloor (41), Heilpraktiker Ingo Lauterlein (51) und Praxis-Managerin Alina Lauterlein (37, v.l.) empfinden die Vollsperrung als Zumutung.
Dr. Dietmar Trautz (65), Dipl.-Med. Barbara Röber (63), Krankenschwester Ariane Gloor (41), Heilpraktiker Ingo Lauterlein (51) und Praxis-Managerin Alina Lauterlein (37, v.l.) empfinden die Vollsperrung als Zumutung.  © Sven Gleisberg

Heilpraktiker Ingo Lauterlein (51) ist sauer. Er hat viel Arbeit in seine Praxis gesteckt. Und jetzt, da endlich alles fertig eingerichtet ist, befürchtet er, wieder ausziehen zu müssen. Denn von Montag an wird die Straße vor seiner Praxis bis zum 31. August 2021 auf wechselnden Abschnitten gesperrt sein.

"Wir rechnen mit massiven wirtschaftlichen Einbußen", sagt Praxis-Managerin Alina Lauterlein (37). Noch mehr sorgen sie sich um die Patienten. Denn die gesperrten Abschnitte können sie nicht mit dem Auto erreichen. Und auf den freien Abschnitten wird es kaum noch Parkplätze geben. 

Die Bushaltestellen zwischen Emilien- und Müllerstraße werden vorerst nicht angefahren.

Die Patienten müssten also längere Fußwege zurücklegen. "Aber wenn sie das könnten, müssten sie nicht zu mir in die Praxis kommen", sagt Lauterlein. Wie auch Frauenärztin Barbara Röber (63) und Urologe Dietmar Trautz (65) ärgert er sich, dass es keine Vorankündigung gab, sondern sie erst durch ein Straßenschild von der Sperrung erfahren haben.

Außerdem fragen sie sich, wie Krankenwagen künftig zu ihnen kommen sollen. Der Pressestelle der Stadt zufolge geht es um die Sanierung von Abwasser-, Fernwärme-, Gas- und Trinkwasserleitungen. Die Zufahrt sei im Notfall immer möglich.

Fast ein ganzes Jahr sollen die Arbeiten dauern.
Fast ein ganzes Jahr sollen die Arbeiten dauern.  © Sven Gleisberg
Erst durch ein Straßenschild haben die ansässigen Ärzte von den Baumaßnahmen erfahren.
Erst durch ein Straßenschild haben die ansässigen Ärzte von den Baumaßnahmen erfahren.  © Sven Gleisberg
Heilpraktiker Ingo Lauterlein (51) fragt sich, wie er weiter in seiner Praxis arbeiten soll.
Heilpraktiker Ingo Lauterlein (51) fragt sich, wie er weiter in seiner Praxis arbeiten soll.  © PR

Das Rathaus bedauert die Beeinträchtigungen der Anwohner, sieht diese aber als "unumgänglich". 

Titelfoto: Sven Gleisberg, PR

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