Chemnitz - Erst Kohle, jetzt Wasserstoff und Sonnenstrom: Die Chemnitzer eins energie hat medienwirksam einen Förderscheck über mehr als 30 Millionen Euro für zwei Mammutprojekte vom sächsischen Infrastruktur-Ministerium bekommen. Die XXL-Finanzspritze soll in die Anbindung an das Wasserstoff-Kernnetz des Bundes und in eine Mega-Solaranlage mit Großbatteriespeicher am Galgenberg fließen.
Der größte Brocken ist der geplante Zubringer zur "Wasserstoff-Autobahn", die trotz großer Kritik 2032 an Chemnitz vorbeiführen wird.
"Wenn das Kernnetz nicht zu uns kommt, müssen wir hin", bekräftigte eins-Chef Roland Warner (62). Ob sich das Ganze am Ende wirtschaftlich rechnet, könne man heute noch nicht sicher sagen. Aber Wasserstoff gelte als Energieträger der Zukunft.
Das Wasserstoffprojekt kostet insgesamt rund 30 Millionen Euro bei 20 Millionen Euro Förderung. Konkret soll Chemnitz an die östlich von Freiberg verlaufende Leitung angebunden werden: bis Oederan über bereits bestehende Leitungen, die restliche Strecke muss neu gebaut werden.
"Wir werden die Strecke in Abschnitte unterteilen und spezielle Absperr-Armaturen einbauen", erklärt Projektleiter Pascal Gödicke (29).
Große Photovoltaik-Freiflächenanlage entsteht in Chemnitz-Röhrsdorf
Das zweite Projekt entsteht am Energiepark Galgenberg in Röhrsdorf. Dort entsteht eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 15 Megawatt Leistung und ein Großbatteriespeicher mit rund 30 Megawattstunden Speicherkapazität. Kostenpunkt: etwa 25 Millionen Euro bei neun Millionen Euro Förderung.
Neu ist für Chemnitz die Kombination aus großer Solaranlage und Speicher als Baustein einer regionalen Energieversorgung.
"PV-Anlagen allein zu bauen, ist wirtschaftlich zurzeit schwierig", sagt René Kahle, der bei eins als Gruppenleiter Energieprojekte für solche Vorhaben zuständig ist.
Durch die Kombination mit einem Batteriespeicher könne das Projekt wieder ein Stück näher an die Wirtschaftlichkeit rücken.