Mord in den Wanderer-Werken: Wurde Gerd S. zum Opfer seiner Drogenprobleme?

Chemnitz - Viel Dunkel, wenig Licht: Noch immer herrscht Rätselraten, warum der Chemnitzer Maik G. (28) in den Wanderer-Werken Gerd S. (†20) mit einem Hammer umgebracht haben soll. Am zweiten Verhandlungstag am Landgericht Chemnitz gab die Familie Einblicke in das Leben des Opfers.

Maik G. (28) schweigt bislang zu den Vorwürfen.
Maik G. (28) schweigt bislang zu den Vorwürfen.  © Haertelpress

Sein Leben hatte Gerd S. offenbar nie richtig auf die Reihe bekommen. Mehrere Ausbildungen hatte er abgebrochen, lebte ohne Wohnsitz und hatte ein Drogenproblem.

"Zwei Monate vor seinem Tod hat er mir 400 Euro gestohlen", sagte der Vater (68), der daraufhin Hausverbot erteilte. Einmal hatte er seinen Sohn mit dem Angeklagten in dessen Wohnung gesehen.

Der älteste Bruder (33) berichtete von einem guten Verhältnis ohne viel Kontakt. "Nach der Mittelschule ist er in falsche Kreise geraten und hatte mit Drogen zu tun." Musste S. deswegen sterben? Maik G. schweigt nach wie vor.

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Ein Kriminaltechniker (60) analysierte als Erster den Leichnam im Keller des Industriedenkmals: "Die Leiche war schon stark verwest und hatte am Schädel eine größere Öffnung. Als Tatwerkzeug vermuten wir einen Zimmermannshammer."

Ein solcher Hammer wurde in der Wohnung des Angeklagten sowie im Haus E des Gebäudes gefunden - jedoch ohne Tatspuren. Der Prozess wird fortgesetzt.

2017 soll er seinen Mitbewohner Gerd S. († 20) in die Industriebrache gelockt und dort getötet haben.
2017 soll er seinen Mitbewohner Gerd S. († 20) in die Industriebrache gelockt und dort getötet haben.  © Ralph Kunz
Wie seine Familie erzählte, hatte Gerd S. († 20) wohl Drogenprobleme.
Wie seine Familie erzählte, hatte Gerd S. († 20) wohl Drogenprobleme.  © Polizei

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