Chemnitz/Berlin - Ein buntes Hemd sorgt im Internet für Staunen: Wer es trägt, kann für Kameras mit Personenerkennung plötzlich vom Radar verschwinden. Hinter dem ungewöhnlichen Kunstwerk steckt der Chemnitzer Medienkünstler Simon Weckert (37).
Während Menschen einen anderen Menschen in dem auffälligen Motiv sofort erkennen, kann eine Software mit Künstlicher Intelligenz (KI) ins Schleudern geraten. Auf dem Prinzip beruht seine Arbeit "Digital Camouflage".
Der Trick steckt im Muster. Weckert nutzt sogenannte "adversarial attacks": "Eine Methode, bei der die visuellen Daten, die eine Maschine empfängt, so manipuliert werden, dass sie das, was sich vor ihr befindet, nicht richtig interpretieren kann", erklärt Weckert.
Der Künstler testete das Shirt am Kottbusser Tor. Dort startete ein Pilotprojekt zur automatisierten Videoüberwachung. "Die Ergebnisse hängen vom jeweiligen Modell, der Entfernung, dem Blickwinkel und der Beleuchtung ab."
Weckert geht es jedoch nicht um den Trick, sondern vielmehr um die Kritik an der zunehmenden automatisierten Überwachung des öffentlichen Raums.