Chemnitz - Obst ernten statt verkommen lassen - das fordern die Chemnitzer Grünen. Künftig sollen an geeigneten Obstbäumen gelbe Bänder hängen. Dort sollen sich Bürger zum privaten Bedarf mit Äpfeln und Co. eindecken können. Anfang Oktober wird ein entsprechender Antrag in den Stadtrat eingebracht.
"Mit einem gut sichtbaren gelben Band sollen während der Erntezeit geeignete Obst- und Nussbäume gekennzeichnet werden", erklärt die Grünen-Fraktion. Dann dürfen die Früchte von Bürgerinnen und Bürgern für den persönlichen Bedarf geerntet werden.
"Es ist schade, wenn Früchte vor unserer Haustür ungenutzt verkommen. Das 'Gelbe Band' schafft ein einfaches und sichtbares Signal: Hier darf geerntet werden - kostenlos und ohne Rücksprache", sagt Grünen-Stadträtin Christin Furtenbacher (42).
Vor allem in Chemnitz würde sich die Aktion lohnen, argumentieren die Grünen. "Allein im Rahmen der Kulturhauptstadt wurden in Chemnitz rund 1500 Apfelbäume gepflanzt. Viele weitere stehen entlang von Straßen und Wegen, in Innenhöfen und in Kleingartenanlagen", so Furtenbacher.
Ernte-Aktion soll Chemnitzer Nachbarschaften stärken
Die Grünen sehen in der Ernte-Aktion weitere Vorteile: Das Vorhaben würde Menschen zusammenbringen und Nachbarschaften stärken, heißt es. Die Idee könne unmittelbar an das Kulturhauptstadtprojekt "Gelebte Nachbarschaft" anknüpfen.
Allerdings haben die Grünen nicht nur öffentliche Bäume im Visier. "Der Antrag sieht außerdem vor, zu prüfen, wie private Eigentümerinnen und Eigentümer von Obstbäumen sich freiwillig an der Aktion beteiligen können", erklärt die Grünen-Politikerin.
Am Ernteprojekt "Gelbes Band" beteiligen sich mittlerweile mehrere Gemeinden in ganz Deutschland.
Ob auch Chemnitz künftig dazugehören wird, zeigt sich wohl am 7. Oktober zeigen. Dann soll der Stadtrat über die Grünen-Idee abstimmen.