Chemnitz - Geschichte gibt’s im Chemnitzer Archäologiemuseum smac reichlich. Doch wer schenkt dazu wieder Kaffee ein? Nach dem Aus für das Café "Julius im Schocken" drängt die BSW-Fraktion im Stadtrat auf einen schnellen Neustart der Museumsgastronomie.
Erst im Oktober 2024 hatte Schauspielerin und Autorin Nirit Sommerfeld (65) das Café eröffnet. Ende August war Schluss. Als Gründe nannte die Betreiberin fehlende Einnahmen nach dem Kulturhauptstadtjahr und Streit um eine geplante Mietvertragsklausel, die politische Veranstaltungen untersagen sollte.
Das BSW fordert, OB Sven Schulze (54, SPD) soll bei der städtischen Wohnungsgesellschaft GGG auf Gespräche und Maßnahmen für ein neues Museumscafé drängen.
Die Fraktion beklagt eine "Qualitätsminderung der Angebote im Schocken". Ihre Sorge: Ohne Bewirtung könnten Reisegruppen ausbleiben, Firmen- und Fachtagungen wegfallen und Veranstaltungen leiden. Nach dem KuHa-Jahr brauche Chemnitz eine "würdige Fortsetzung der etablierten Angebote".
Die Stadt verweist auf die bereits laufende Betreibersuche. Ein Exposé für Interessenten sei erstellt, die Flächen sollen auch im Internet beworben werden.
"Darüber hinaus werden eingehende Anfragen aktiv bearbeitet und potenzielle Betreiber gezielt angesprochen", schreibt Bürgermeister Ralph Burghart (56, CDU) in seiner Stellungnahme. Und er macht klar: Ein neuer Betreiber braucht ein Konzept, das genügend Gäste und Einnahmen verspricht.