Nach nur zwei Jahren: City-Café in Chemnitz macht dicht

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Chemnitz - Das erst im Oktober 2024 eröffnete Café "Julius im Schocken" im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac) schließt zum 27. August. Das bestätigte Inhaberin Nirit Sommerfeld (64) auf Anfrage von TAG24. Gründe seien die angespannte wirtschaftliche Lage sowie eine geplante Klausel im Mietvertrag.

Nach zwei Jahren macht Inhaberin Nirit Sommerfeld ihr Café "Julius im Schocken" dicht.
Nach zwei Jahren macht Inhaberin Nirit Sommerfeld ihr Café "Julius im Schocken" dicht.  © Ralph Kunz

Sommerfeld war nach Chemnitz gekommen, um einen Ort für Kultur und Begegnung zu schaffen. Das Café erinnert an ihren Vorfahren Julius Sommerfeld, der in Chemnitz lebte, während der NS-Zeit enteignet, deportiert und im KZ Sachsenhausen ermordet wurde.

"Ich bin die einzige jüdische Nachfahrin, die zurückgekommen ist, um hier etwas aufzubauen", sagt sie.

Neben levantinischer Küche bot das Café Vorträge, Konzerte und die Gesprächsreihe "Tacheles - Gespräche auf dem Goldenen Sofa". Dort wurde auch der israelisch-palästinensische Konflikt thematisiert, zu den Gästen zählten unter anderem israelkritische Personen.

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Nach dem Kulturhauptstadtjahr seien die Besucherzahlen eingebrochen, die Einnahmen hätten nicht mehr gereicht. Zudem habe eine geplante Klausel für Unsicherheit gesorgt, die politische Veranstaltungen untersagt.

Trotz Gesprächen mit der GGG habe sie keine Klarheit über deren Auslegung erhalten.

Chemnitzer bedauern Schließung von Museums-Café

Neben levantinischer Küche bot das Café auch Vorträge, Konzerte und die Gesprächsreihe "Tacheles" an.
Neben levantinischer Küche bot das Café auch Vorträge, Konzerte und die Gesprächsreihe "Tacheles" an.  © Ralph Kunz

Die Schließung löse große Resonanz aus. "Die Leute schreiben mir Briefe, Mails und Nachrichten auf Instagram", sagt Sommerfeld.

Auch smac-Direktorin Sabine Wolfram (66) bedauere die Entscheidung. Für die Mitarbeitenden bedeute sie Kündigungen.

"Tacheles" wird fortgesetzt: Am 27. August ist die Philosophin Susan Neiman (71) zu Gast, anschließend folgt eine Abschiedsfeier. Danach soll die Reihe an einem anderen Ort weitergehen.

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Sommerfeld bleibt in Chemnitz: "Der Julius wird erst einmal nicht aus Chemnitz verschwinden."

Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz (2)

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