Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz in der Stadt klettert weiter nach oben

Chemnitz - Corona in Chemnitz: In der Stadt gab es seit Beginn der Krise 36.945 Corona-Fälle, die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 168,2 (Stand: 20. Januar, alle Daten vom RKI).

In der Gastronomie in Sachsen gilt jetzt 2G-Plus.
In der Gastronomie in Sachsen gilt jetzt 2G-Plus.  © Stefan Sauer/dpa

Sachsen entschärft ab 14. Januar seine Corona-Regeln. Die neue Verordnung gilt dann bis zum 6. Februar 2022.

Neuerungen: Kultureinrichtungen dürfen unter Auflagen öffnen. Clubs, Bars und Diskotheken sollen geschlossen bleiben.

Bei Versammlungen sind mehr Teilnehmer erlaubt als bisher. Künftig sind unabhängig von der Inzidenz oder Überlastungsstufe 200 Teilnehmer gestattet. Werden die Schwellenwerte unterschritten, können bis zu 1000 Menschen an einer Versammlung teilnehmen.

Chemnitz: Besuch Kretschmers in Frankenberg von Protest begleitet
Chemnitz Lokal Besuch Kretschmers in Frankenberg von Protest begleitet

Körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetiksalons können von Genesenen und Geimpften (2G) wieder in Anspruch genommen werden. Gleiches gilt für Museen und Ausstellungen.

Friseure dürfen unter der 3G-Regel öffnen.

Für Gaststätten (Außengastronomie mit 2G), Theater, Opernhäuser oder Kinos gilt die 2G-plus-Regel. Hier ist also zusätzlich ein tagesaktueller Corona-Test erforderlich. Der Test entfällt, wenn man eine Booster-Impfung nachweisen kann oder die zweite Impfung noch relativ frisch ist. Gleiches gilt für junge Menschen im Alter bis 18.

Die Schutzverordnung enthält eine Rückfalloption. Wenn die Überlastungsstufe in den Krankenhäusern erreicht ist oder die Inzidenz an drei Tagen in Folge in den Landkreisen und Kreisfreien Städten auf über 1500 steigt, werden die Erleichterungen aufgehoben. Außerdem sollen dann auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte wieder in Kraft treten.

Wir halten Euch hier im Ticker zur aktuellen Lage in Chemnitz und Sachsen auf dem Laufenden.

Alle Infos zur Lage in ganz Deutschland im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 20. Januar, 15.41 Uhr: 15 Prozent der ungeimpften Pflegekräfte noch unsicher

Nach Angaben von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sind viele ungeimpfte Pflegekräfte noch unentschlossen. Im Bereich der Pflege seien bis zu 15 Prozent des Personals in Sachsen noch unsicher, ob sie sich trotz der Mitte März eingeführten Pflicht impfen lassen wollten, sagte die Ministerin am Donnerstag bei einem Besuch eines Seniorenheims im nordsächsischen Delitzsch.

In den Arztpraxen und Krankenhäusern seien es drei bis fünf Prozent. Viele warteten auch auf den Impfstoff von Novavax, dessen Auslieferung sich jedoch verzögern soll. Der Impfstoff ist proteinbasiert und beruht auf einer anderen Technologie als die mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna.

Köpping warb für bundeseinheitliche Regeln bei der Umsetzung der Impfpflicht, die durch Erlasse der Bundesländer umgesetzt werden soll. Die Bundesländer arbeiteten gerade an den Erlassen, sagte Köpping. Man befinde sich aktuell in der Abstimmung.

In Sachsen sind derzeit nach Angaben der Ministerin nur rund 65 Prozent der etwa 300 000 Arbeitskräfte im medizinischen und pflegerischen Bereich geimpft. Darüber hatte sich Köpping bereits in der Vergangenheit besorgt gezeigt.

Update, 20. Januar, 11.47 Uhr: Tourismusministerin Klepsch gegen Schließung von Reisebüros

Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (56, CDU) hat sich gegen eine nochmalige Schließung von Reisebüros in der Corona-Pandemie ausgesprochen.

Sie unterstützt laut einer Mitteilung vom Donnerstag Forderungen der Branche im Freistaat, Reisebüros in der kommenden Corona-Verordnung dem Einzelhandel gleichzustellen und eine Öffnung für die Kunden unter 2G auch bei steigenden Infektionszahlen zu ermöglichen.

Die Schließung von Reisebüros für Publikum ab November 2021 habe einen großen Nachteil zu anderen Bundesländern bedeutet, argumentierte Klepsch. Sie unterstütze daher auch den Wunsch nach bundeseinheitlichen Regelungen für den Tourismus. Seit dem 14. Januar 2022 dürfen Dienstleister wie Reisebüros im Freistaat unter Beachtung der 2G-Regel für den Publikumsverkehr wieder öffnen.

Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (56, CDU) hat sich gegen eine nochmalige Schließung von Reisebüros in der Corona-Pandemie ausgesprochen.
Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (56, CDU) hat sich gegen eine nochmalige Schließung von Reisebüros in der Corona-Pandemie ausgesprochen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. Januar, 11.16 Uhr: Polizei: Demos unter neuen Regeln bislang weniger gewalttätig

Die sogenannten Montagsdemonstrationen unter der neuen Personenobergrenze in Sachsen sind aus polizeilicher Sicht bisher störungsfreier und weniger gewalttätig verlaufen als davor.

Alle Einzelheiten dazu lest Ihr im TAG24-Artikel Dank neuer Regeln: Corona-Proteste in Sachsen laut Polizei weniger gewalttätig.

Update, 20. Januar, 10.14 Uhr: Sachsen hat weiterhin zweitniedrigste Corona-Inzidenz

Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist trotz steten Anstiegs weiter die zweitniedrigste in Deutschland.

Am Donnerstag lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 299,9, am Vortag lag sie noch bei 261,3. Nur das Nachbarbundesland Thüringen wies mit 240,9 eine geringere Infektionsrate aus. Bundesweit wurde dagegen mit 638,8 am Donnerstag ein Höchstwert erreicht (Vortag 584,4).

Nach RKI-Angaben wurden im Freistaat bis zum frühen Donnerstagmorgen 3369 neue Corona-Infektionen und 48 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Demnach haben sich seit Beginn der Pandemie 687.730 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 13.886 Corona-Patienten sind gestorben.

Update, 20. Januar, 8.45 Uhr: Kaum Bußgeldbescheide nach Corona-Demos in Sachsen

Trotz Hunderter Verfahren haben die Landkreise und Städte in Sachsen bislang nur wenige Bußgelder wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln bei Demonstrationen verhängt. Vielerorts befinden sich die Verfahren noch in den Anhörungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Kommunen ergeben hat.

Bis zum vergangenen Freitag waren Demonstrationen in Sachsen laut der geltenden Corona-Verordnung nur ortsfest und mit bis zu 10 Teilnehmern erlaubt. An vielen Orten marschierten dennoch Hunderte Demonstranten durch die Straßen. Die Polizei leitete Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Diese würden zunächst durch die Polizei bearbeitet und dann an die Stadt weitergeleitet, heißt es aus Dresden. Die Kommune sei für die abschließende Abwicklung inklusive der Anhörungsverfahren zuständig.

Seit Ende November, als die Zahl der Demonstrationen zunahm, wurden in Dresden den Angaben zufolge noch keine Bußgelder im Zusammenhang mit den Demos angeordnet. Bislang lägen die Verfahren noch bei der Polizei - wegen der Vielzahl gebe es Verzögerungen, hieß es.

Hinzu komme, dass die Verfahren Zeit bräuchten, heißt es aus Chemnitz. Bevor die Behörde ein Bußgeld erlassen könne, müsse der Betroffene zwingend die Möglichkeit haben, sich zum Tatvorwurf zu äußern. Bei den Demonstrationen seien außerdem nicht selten Polizisten aus ganz Sachsen oder anderen Bundesländern dabei. Es dauere daher, bis der Bußgeldbehörde bei der Stadt die vollständigen Anzeigen inklusive Bildern und Videos vorlägen.

Die meisten Menschen mussten bislang in Bautzen für Verstöße gegen die Demo-Regeln zahlen: 130 Bußgeldbescheide zu jeweils 250 Euro hat der Landkreis für Teilnahmen an Demos seit Ende November verschickt. Weitere Anzeigen sind laut Angaben des Landratsamts in Bearbeitung - täglich gingen welche ein.

Der Landkreis Zwickau hat bislang 25 Bußgelder verhängt, im Landkreis Meißen sind es bislang neun, ein weiteres Verfahren ist laut Angaben des Landratsamts in der Anhörung. Bezahlt wurde in Meißen noch kein Bußgeld. Der Vogtlandkreis hat einen Bescheid versendet und 391 Anhörungen begonnen. Beim Landkreis Görlitz sind 133 Anzeigen im Zusammenhang mit den Versammlungen eingegangen, die alle noch bearbeitet würden.

Nicht alle Kommunen differenzieren bei den Verstößen gegen die Corona-Verordnung. In Chemnitz etwa werden die einzelnen Arten der Verstöße nicht erfasst, heißt es aus der Pressestelle. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden dort 4600 Verfahren bearbeitet - darunter auch Verstöße gegen den Mindestabstand bei Demos, Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen und die Quarantäneregeln. Leipzig hat mehr als 10.000 Ordnungswidrigkeitsanzeigen registriert und 4457 Bußgelder verhängt.

Update, 20. Januar, 6.20 Uhr: Mehr PCR-Tests für Chemnitzer

In Chemnitz sind weitere Möglichkeiten für PCR-Tests geschaffen worden.

Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel Neue Teststellen in der Stadt: Mehr PCR-Tests für Chemnitzer

Die Stadt weitete das Angebot an PCR-Teststellen deutlich aus. (Symbolbild)
Die Stadt weitete das Angebot an PCR-Teststellen deutlich aus. (Symbolbild)  © dpa/Kira Hofmann

Update, 20. Januar, 6.04 Uhr: Aktuelle Zahlen aus Chemnitz

Das Robert-Koch-Institut meldet am Donnerstag für Chemnitz 111 neue Corona-Fälle.

Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt 168,2 (Vortag: 154,7).

Es wurden keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit Corona erfasst. Insgesamt starben in Chemnitz 770 Personen an oder mit dem Virus.

Update, 19. Januar, 12.12 Uhr: Experten: Infektionsschutz und Kinderschutz gemeinsam beachten

Hohe Infektionsrate, geringe Impfquote, soziale Isolation, psychische Probleme: Kinder und Jugendliche leiden besonders unter der Corona-Pandemie.

Experten fordern nun in einer Stellungnahme für den Expertenrat der Bundesregierung, Maßnahmen des Infektionsschutzes und des Kinderschutzes gemeinsam zu beachten. Aktuelle Zahlen zeigten eine Verdopplung der behandlungsbedürftigen psychischen Probleme bei Kindern und Jugendlichen, sagte der Kinder- und Jugendpsychologe Prof. Julian Schmitz von der Universität Leipzig. Gleichzeitig gebe es unhaltbar lange Wartezeiten für Beratungs- und Therapieangebote.

Die Experten sprechen sich in ihrer Stellungnahme für einen besseren Infektionsschutz von Kindern und Jugendlichen aus, unter anderem durch effizientes Impfen. Außerdem fordern sie niedrigschwellige, an sozialen Kriterien orientierte, Notbetreuungskonzepte, eine Verstärkung der Jugendhilfemaßnahmen, mehr psychosoziale Angebote mit schulischer Anbindung, sowie ein Umdenken beim Thema Schule.

Update, 19. Januar, 11.39 Uhr: Sachsens Volkshochschulen wieder mit Präsenzangeboten

Nach knapp zwei Monaten Schließzeit bieten die Volkshochschulen (VHS) in Sachsen wieder erste Veranstaltungen in Präsenz an.

Auch Integrationsmaßnahmen kehrten zum Teil in die Häuser zurück, teilte der Volkshochschulverband am Mittwoch mit. Die seit dem 14. Januar gültige Corona-Schutzverordnung ermögliche Präsenzveranstaltungen unter 2G-Bedingungen.

Trotzdem wollen die VHS weiterhin viel im Internet anbieten. Online-Kurse seien etabliert und nicht mehr nur Überbrückung pandemiebedingter Pausen.

Update, 19. Januar, 11.09 Uhr: Chemnitzer Jahrmarkt abgesagt

Wie die Stadt mitteilt, kann der für Montag, dem 7. Februar, geplante Jahrmarkt rund um das Rathaus leider nicht stattfinden.

Nach der aktuellen und bis 6. Februar gültigen Fassung der Sächsischen Corona-Notfall-Verordnung sind Veranstaltungen wie der Jahrmarkt weiterhin untersagt.

"Es ist davon auszugehen, dass diese Regelung über den 6. Februar hinaus
verlängert wird. Auch wenn es am 7. Februar wieder möglich sein sollte,
kann der Jahrmarkt nicht durchgeführt werden. Die eventuelle neue
Regelung wäre so kurzfristig nicht umsetzbar", heißt es weiter.

Im Gegensatz zum Wochenmarkt werden auf dem Jahrmarkt nicht
ausschließlich Waren des täglichen Bedarfs/Lebensmittel gehandelt.

Titelfoto: Maik Börner, 123rf/drmicrobe

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