Coronavirus in Chemnitz: Inzidenz in der Stadt klettert weiter nach oben

Chemnitz - Corona in Chemnitz: In der Stadt gab es seit Beginn der Krise 37.060 Corona-Fälle, die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 195,2 (Stand: 21. Januar, alle Daten vom RKI).

In der Gastronomie in Sachsen gilt jetzt 2G-Plus.
In der Gastronomie in Sachsen gilt jetzt 2G-Plus.  © Stefan Sauer/dpa

Sachsen entschärft ab 14. Januar seine Corona-Regeln. Die neue Verordnung gilt dann bis zum 6. Februar 2022.

Neuerungen: Kultureinrichtungen dürfen unter Auflagen öffnen. Clubs, Bars und Diskotheken sollen geschlossen bleiben.

Bei Versammlungen sind mehr Teilnehmer erlaubt als bisher. Künftig sind unabhängig von der Inzidenz oder Überlastungsstufe 200 Teilnehmer gestattet. Werden die Schwellenwerte unterschritten, können bis zu 1000 Menschen an einer Versammlung teilnehmen.

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Körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetiksalons können von Genesenen und Geimpften (2G) wieder in Anspruch genommen werden. Gleiches gilt für Museen und Ausstellungen.

Friseure dürfen unter der 3G-Regel öffnen.

Für Gaststätten (Außengastronomie mit 2G), Theater, Opernhäuser oder Kinos gilt die 2G-plus-Regel. Hier ist also zusätzlich ein tagesaktueller Corona-Test erforderlich. Der Test entfällt, wenn man eine Booster-Impfung nachweisen kann oder die zweite Impfung noch relativ frisch ist. Gleiches gilt für junge Menschen im Alter bis 18.

Die Schutzverordnung enthält eine Rückfalloption. Wenn die Überlastungsstufe in den Krankenhäusern erreicht ist oder die Inzidenz an drei Tagen in Folge in den Landkreisen und Kreisfreien Städten auf über 1500 steigt, werden die Erleichterungen aufgehoben. Außerdem sollen dann auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte wieder in Kraft treten.

Wir halten Euch hier im Ticker zur aktuellen Lage in Chemnitz und Sachsen auf dem Laufenden.

Alle Infos zur Lage in ganz Deutschland im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 21. Januar, 11.34 Uhr: Mehrheit der ausgeflogenen Corona-Patienten aus Kliniken entlassen

Von den Ende vergangenen Jahres ausgeflogenen sächsischen Corona-Patienten konnte die Mehrzahl die Krankenhäuser inzwischen verlassen. 18 seien aus der Behandlung in ihren Zielkrankenhäusern entlassen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Dresden am Freitag auf Anfrage mit.

Zwölf Menschen seien gestorben, vier weitere waren in der vergangenen Woche noch in stationärer Behandlung. Aktuellere Informationen zu ihrem Zustand gebe es nicht.

Aufgrund der Überlastung der Intensivstationen in Sachsen waren Ende vergangenen Jahres 34 Corona-Patientinnen und -Patienten über das sogenannte Kleeblatt-System nach Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen verlegt worden. Sachsen gehört zum Kleeblatt Ost, das noch die Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst.

Update, 21. Januar, 11 Uhr: Sächsische Ausnahme: Längerer Genesenen-Status für doppelt Geimpfte

In Sachsen gilt in der Corona-Pandemie bei der Verkürzung des Genesenen-Status eine Ausnahme: Die neue Regelung betrifft nicht Menschen, die doppelt geimpft und genesen sind.

Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag auf Anfrage mit. Für alle anderen seien ohne entsprechende Übergangsregelung des Bundes auch rückwirkend alle ausgestellten Genesenen-Nachweise nur für drei Monate gültig. Zunächst hatte der MDR berichtet.

Mehr dazu in unserem ausführlichen Bericht: Nur in Sachsen: Doppelt Geimpfte zählen länger als genesen

Update, 21. Januar, 8.31 Uhr: Sachsens Corona-Inzidenz macht großen Sprung

Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist deutlich gestiegen. Am Freitag lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 339,2, am Vortag lag sie noch bei 299,9.

Nur das Nachbarbundesland Thüringen wies mit 264,5 eine geringere Infektionsrate aus. Bundesweit wurde dagegen mit 706,3 am Freitag erneut ein Höchstwert erreicht.

Nach RKI-Angaben wurden im Freistaat bis zum frühen Freitagmorgen 3169 neue Corona-Infektionen und 26 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Demnach haben sich seit Beginn der Pandemie 690.899 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 13.912 Corona-Patienten sind gestorben.

Update, 21. Januar, 7.47 Uhr: Zu wenig geimpfte Mitarbeiter: Kippt Sachsen die Pfleger-Impfpflicht?

Dramatisch niedrige Quote in heimischen Heimen: Mancherorts ist nur jeder zweite Pfleger oder jede zweite Schwester vollständig geimpft. Dabei gilt schon in sieben Wochen für medizinisches Personal die Impfpflicht. Sonst darf der Job nicht ausgeübt werden. Voraussetzungen, die in Sachsen eher dafür sprechen, die Pflicht zu kippen - oder zu verschieben.

Mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel: Zu wenig geimpfte Mitarbeiter: Kippt Sachsen die Pfleger-Impfpflicht?

Am 15. März ist Schicht im Schacht. Arbeiten ohne vollständige Impfung ist für medizinische Beruf dann nicht mehr möglich. Sachsen will aber bundeseinheitliche Übergangsfristen.
Am 15. März ist Schicht im Schacht. Arbeiten ohne vollständige Impfung ist für medizinische Beruf dann nicht mehr möglich. Sachsen will aber bundeseinheitliche Übergangsfristen.  © imago images/Felix Schlikis

Update, 21. Januar, 6.05 Uhr: Aktuelle Zahlen aus Chemnitz

Das Robert-Koch-Institut meldet am Freitag für Chemnitz 115 neue Corona-Fälle.

Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt 195,2 (Vortag: 168,2).

Es wurden vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona erfasst. Insgesamt starben in Chemnitz 774 Personen an oder mit dem Virus.

Update, 20. Januar, 15.41 Uhr: 15 Prozent der ungeimpften Pflegekräfte noch unsicher

Nach Angaben von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (63, SPD) sind viele ungeimpfte Pflegekräfte noch unentschlossen. Im Bereich der Pflege seien bis zu 15 Prozent des Personals in Sachsen noch unsicher, ob sie sich trotz der Mitte März eingeführten Pflicht impfen lassen wollten, sagte die Ministerin am Donnerstag bei einem Besuch eines Seniorenheims im nordsächsischen Delitzsch.

In den Arztpraxen und Krankenhäusern seien es drei bis fünf Prozent. Viele warteten auch auf den Impfstoff von Novavax, dessen Auslieferung sich jedoch verzögern soll. Der Impfstoff ist proteinbasiert und beruht auf einer anderen Technologie als die mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna.

Köpping warb für bundeseinheitliche Regeln bei der Umsetzung der Impfpflicht, die durch Erlasse der Bundesländer umgesetzt werden soll. Die Bundesländer arbeiteten gerade an den Erlassen, sagte Köpping. Man befinde sich aktuell in der Abstimmung.

In Sachsen sind derzeit nach Angaben der Ministerin nur rund 65 Prozent der etwa 300.000 Arbeitskräfte im medizinischen und pflegerischen Bereich geimpft. Darüber hatte sich Köpping bereits in der Vergangenheit besorgt gezeigt.

Update, 20. Januar, 11.47 Uhr: Tourismusministerin Klepsch gegen Schließung von Reisebüros

Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (56, CDU) hat sich gegen eine nochmalige Schließung von Reisebüros in der Corona-Pandemie ausgesprochen.

Sie unterstützt laut einer Mitteilung vom Donnerstag Forderungen der Branche im Freistaat, Reisebüros in der kommenden Corona-Verordnung dem Einzelhandel gleichzustellen und eine Öffnung für die Kunden unter 2G auch bei steigenden Infektionszahlen zu ermöglichen.

Die Schließung von Reisebüros für Publikum ab November 2021 habe einen großen Nachteil zu anderen Bundesländern bedeutet, argumentierte Klepsch. Sie unterstütze daher auch den Wunsch nach bundeseinheitlichen Regelungen für den Tourismus. Seit dem 14. Januar 2022 dürfen Dienstleister wie Reisebüros im Freistaat unter Beachtung der 2G-Regel für den Publikumsverkehr wieder öffnen.

Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (56, CDU) hat sich gegen eine nochmalige Schließung von Reisebüros in der Corona-Pandemie ausgesprochen.
Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (56, CDU) hat sich gegen eine nochmalige Schließung von Reisebüros in der Corona-Pandemie ausgesprochen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. Januar, 11.16 Uhr: Polizei: Demos unter neuen Regeln bislang weniger gewalttätig

Die sogenannten Montagsdemonstrationen unter der neuen Personenobergrenze in Sachsen sind aus polizeilicher Sicht bisher störungsfreier und weniger gewalttätig verlaufen als davor.

Alle Einzelheiten dazu lest Ihr im TAG24-Artikel Dank neuer Regeln: Corona-Proteste in Sachsen laut Polizei weniger gewalttätig.

Update, 20. Januar, 10.14 Uhr: Sachsen hat weiterhin zweitniedrigste Corona-Inzidenz

Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist trotz steten Anstiegs weiter die zweitniedrigste in Deutschland.

Am Donnerstag lag die Zahl der wöchentlichen Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 299,9, am Vortag lag sie noch bei 261,3. Nur das Nachbarbundesland Thüringen wies mit 240,9 eine geringere Infektionsrate aus. Bundesweit wurde dagegen mit 638,8 am Donnerstag ein Höchstwert erreicht (Vortag 584,4).

Nach RKI-Angaben wurden im Freistaat bis zum frühen Donnerstagmorgen 3369 neue Corona-Infektionen und 48 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. Demnach haben sich seit Beginn der Pandemie 687.730 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 13.886 Corona-Patienten sind gestorben.

Update, 20. Januar, 8.45 Uhr: Kaum Bußgeldbescheide nach Corona-Demos in Sachsen

Trotz Hunderter Verfahren haben die Landkreise und Städte in Sachsen bislang nur wenige Bußgelder wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln bei Demonstrationen verhängt. Vielerorts befinden sich die Verfahren noch in den Anhörungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Kommunen ergeben hat.

Bis zum vergangenen Freitag waren Demonstrationen in Sachsen laut der geltenden Corona-Verordnung nur ortsfest und mit bis zu 10 Teilnehmern erlaubt. An vielen Orten marschierten dennoch Hunderte Demonstranten durch die Straßen. Die Polizei leitete Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Diese würden zunächst durch die Polizei bearbeitet und dann an die Stadt weitergeleitet, heißt es aus Dresden. Die Kommune sei für die abschließende Abwicklung inklusive der Anhörungsverfahren zuständig.

Seit Ende November, als die Zahl der Demonstrationen zunahm, wurden in Dresden den Angaben zufolge noch keine Bußgelder im Zusammenhang mit den Demos angeordnet. Bislang lägen die Verfahren noch bei der Polizei - wegen der Vielzahl gebe es Verzögerungen, hieß es.

Hinzu komme, dass die Verfahren Zeit bräuchten, heißt es aus Chemnitz. Bevor die Behörde ein Bußgeld erlassen könne, müsse der Betroffene zwingend die Möglichkeit haben, sich zum Tatvorwurf zu äußern. Bei den Demonstrationen seien außerdem nicht selten Polizisten aus ganz Sachsen oder anderen Bundesländern dabei. Es dauere daher, bis der Bußgeldbehörde bei der Stadt die vollständigen Anzeigen inklusive Bildern und Videos vorlägen.

Die meisten Menschen mussten bislang in Bautzen für Verstöße gegen die Demo-Regeln zahlen: 130 Bußgeldbescheide zu jeweils 250 Euro hat der Landkreis für Teilnahmen an Demos seit Ende November verschickt. Weitere Anzeigen sind laut Angaben des Landratsamts in Bearbeitung - täglich gingen welche ein.

Der Landkreis Zwickau hat bislang 25 Bußgelder verhängt, im Landkreis Meißen sind es bislang neun, ein weiteres Verfahren ist laut Angaben des Landratsamts in der Anhörung. Bezahlt wurde in Meißen noch kein Bußgeld. Der Vogtlandkreis hat einen Bescheid versendet und 391 Anhörungen begonnen. Beim Landkreis Görlitz sind 133 Anzeigen im Zusammenhang mit den Versammlungen eingegangen, die alle noch bearbeitet würden.

Nicht alle Kommunen differenzieren bei den Verstößen gegen die Corona-Verordnung. In Chemnitz etwa werden die einzelnen Arten der Verstöße nicht erfasst, heißt es aus der Pressestelle. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden dort 4600 Verfahren bearbeitet - darunter auch Verstöße gegen den Mindestabstand bei Demos, Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen und die Quarantäneregeln. Leipzig hat mehr als 10.000 Ordnungswidrigkeitsanzeigen registriert und 4457 Bußgelder verhängt.

Titelfoto: Maik Börner, 123rf/drmicrobe

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