Chemnitz - Klein, braun und flauschig: Am Schlossteich Chemnitz sorgen derzeit niedliche Gänseküken für entzückte Blicke bei Spaziergängern. Doch hinter dem süßen Anblick steckt ein Problem: Es handelt sich um Nilgänse - und um diese Vogelart wird heftig diskutiert, denn sie gilt als invasiv.
Das heißt: Nilgänse könnten andere Wasservögel verdrängen. Lutz Röder (64) vom NABU-Regionalverband Chemnitz-Erzgebirge erklärt: "Wenn sie nur vereinzelt auftreten, mag das noch gehen. Aber es ist nicht gut, wenn sie sich stark ausbreiten."
Der Grund: Die Tiere sind aggressiv gegenüber anderen Vögeln und haben kaum natürliche Feinde. "Reiherenten und kleine Entenarten haben gegen sie keine Chance", sagt Röder. "Und die heimischen Arten haben es ohnehin schon schwer genug durch Mink und Waschbären."
Seit mindestens 2024 brüten die Nilgänse in Chemnitz, bestätigt das Rathaus. Entwarnung kommt bislang vom Umweltamt: "Eine Verdrängung heimischer Arten wurde durch das Umweltamt in Chemnitz bisher nicht beobachtet."
Deshalb wird das Nilgans-Paar am Schlossteich aktuell nicht als Bedrohung eingestuft. Maßnahmen der Unteren Naturschutzbehörde, um die Population einzudämmen, gibt es derzeit nicht.
Sollte sich das ändern, könnte man laut Röder die Eier aus den Nestern entnehmen. "Das kennt man auch von Stadttauben - Kunsteier werden ins Nest gelegt, um den Nachwuchs zu reduzieren und die Population einzudämmen."
Eine andere Möglichkeit wäre das Abschießen der Tiere - ein Vorschlag, mit dem Tübingens Oberbürgermeister, Boris Palmer, zuletzt für Diskussionen sorgte.