Deutschlandweit einmalig: Dieser Wanderweg in Chemnitz tut der Psyche gut

Chemnitz - Ein Waldspaziergang als Kur für die Seele – für diese Therapie ließ die Klinik Carolabad im Rabensteiner Wald in Chemnitz einen Wanderweg anlegen, der deutschlandweit einmalig ist. Er soll Menschen mit Depressionen, Angststörungen oder psychosomatischen Erkrankungen helfen und tut auch Gesunden gut.

Klinikdirektorin Anke Fritz (53) empfiehlt den Wanderweg für psychische Gesundheit zur Entspannung.  © Petra Hornig

Der 3,2 Kilometer lange Rundweg gibt an acht beschilderten Haltepunkten Denkanstöße und Übungsvorschläge für Themen wie Geduld haben, Akzeptanz, Grenzen setzen, Entscheidungen treffen.

"Die Ruhe des Waldes und die Farbe Grün bringen den Hirnstoffwechsel in Gang und haben Einfluss auf die Atmung", sagt Klinikdirektorin Anke Fritz (53). "Dieser Effekt wird auf unserem Wanderweg der psychischen Gesundheit mit gezielten Anregungen verstärkt."

Touren auf diesem Weg gehören künftig zum festen Programm für Patienten im Medizinischen Rehabilitationszentrum für Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik in Rabenstein.

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"Der Weg steht darüber hinaus allen offen, die bewusst ihre psychische Gesundheit fördern und innere Balance finden möchten", so Fritz.

Der Bedarf ist groß wie nie. Um einen der 130 Plätze für eine stationäre Rehabilitation zu bekommen, um die Erwerbsfähigkeit zu erhalten oder wiederzuerlangen, müssen Patienten bis zu vier Monate Wartezeit in Kauf nehmen.

Die Klinikdirektorin weiß: "Sorgen um die eigene Existenz und Ängste haben deutlich zugenommen." Und: "Die Patienten werden immer jünger, die Jüngsten kommen mit Ende 20."

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Der neue Therapieweg ist am Wegweiser ausgeschildert.  © Petra Hornig

Immer mehr melden sich psychisch krank

In der Klinik Carolabad werden psychisch kranke Menschen therapiert.  © Petra Hornig

Psychische Erkrankungen sind immer häufiger der Grund für Krankschreibungen.

Laut dem Psychreport 2025 im Auftrag der Krankenkasse DAK gehen 17,4 Prozent aller Fehltage darauf zurück. 2024 kamen demnach 342 Krankheitstage pro 100 Versicherte zusammen.

Bei mehr als der Hälfte der Patienten waren Depressionen die Ursache, gefolgt von Ängsten und Anpassungsstörungen auf eine veränderte Lebenssituation, unter denen rund ein Drittel leidet.

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