Einmalig in Chemnitz: In diesem Proberaum wird (fast) geräuschlos gespielt
Chemnitz - Eine Bandprobe ist mit Schlepperei und viel Lärm verbunden? Die Chemnitzer Cucumber Company hat eine digitale Lösung parat: den Proberaum ohne Krach. TAG24 hat Sängerin Laura Graichen (26) und Gitarrist Ollipekka Määttä (36) bei ihrer ersten Probe darin begleitet.
"Ich kenne das, dass jeder seinen Rucksack zu tragen hat", sagt Graichen, wenn sie an ihre Proben denkt. Sie und Määttä üben privat: "Wir spielen im Wohnzimmer, meist unplugged."
Neue Möglichkeiten bietet der Proberaum der Cucumber Company im Faradit Gewerbepark. Der Raum ist komplett digitalisiert. "Hier muss keiner einen Knopf bedienen, Kabel ziehen oder Equipment aufbauen", sagt Geschäftsführer Daniel Zimny.
Die Idee entstand aus seinem Alltag als Gitarrenlehrer. "Da habe ich mit konventionellen Verstärkern gearbeitet und konnte wegen der Lautstärke nur bestimmte Uhrzeiten abdecken."
Er spann die Idee weiter von einem Proberaum, in dem niemand gegen die Lautstärke kämpfen muss. Denn eine voll besetzte Band kann schnell bis zu 72 Dezibel laut werden, so Zimny.
"Der Sänger hört sich irgendwann selbst nicht mehr und singt gegen die anderen Instrumente an."
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Chemnitz & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Cucumber-Proberaum in Chemnitz: Weniger Lärm, mehr Qualität
Im Cucumber-Proberaum gibt es keine klassischen Verstärker, sondern rund 4000 digitale. Über eine App können die Musiker ihren Sound selbst einstellen. Jeder hört sich in Echtzeit über Kopfhörer. So kann sogar ein E-Schlagzeug problemlos zum Einsatz kommen.
Der Effekt: weniger Lärm, mehr Qualität. "Von draußen klingt es voll verrückt. Man hört den Drummer nur klopfen und einer singt dazu", lacht Zimny.
Für Graichen und Määttä war die Probe spannend: "Toll, dass man sich nur einstöpseln muss", sagt die Sängerin. "Ich höre mich selber und kann mich dadurch besser auf mich fokussieren."
Gitarrist Määttä ist von den Effekten angetan: "Ich arbeite gern mit Schall. Die Voreinstellungen laden zum Ausprobieren ein."
Titelfoto: Ralph Kunz

