Gastro-Steuer sinkt: Werden Schnitzel und Co. in Chemnitz nun billiger?
Chemnitz - Zum Jahreswechsel sank die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent. Bei vielen Chemnitzern weckte das die Hoffnung auf niedrigere Preise für Schnitzel und Co. Wird's tatsächlich billiger? TAG24 fragte bei den Gastronomen der Stadt nach - und traf vielerorts auf betretenes Schweigen.
Steuer runter, Preise nicht: In den meisten Betrieben wird das Essengehen 2026 nicht günstiger. Häufigste Begründung: Für viele Gastronomen reicht der finanzielle Spielraum nicht aus. Aber es gibt Ausnahmen. André Donath (59) vom Turm-Brauhaus hat zum Jahresbeginn eine "Preiskracher-Aktion" gestartet.
Mehrere Gerichte wurden dadurch günstiger: So kostet der Sauerbraten jetzt rund 2 Euro weniger als im Vorjahr, auch Gerichte unter 10 Euro gibt es dauerhaft im Sortiment. Donath erklärt, er wolle bewusst etwas zurückgeben, obwohl die Preise bereits ausgereizt seien. Dennoch bleibe der finanzielle Spielraum begrenzt, sagt er.
Auch Groß-Gastronom André Gruhle (50, "Miramar", "Pelzmühle", "Diebels") erklärt auf TAG24-Nachfrage, die Senkung nicht an die Kunden weitergeben zu können, sieht die Maßnahme aber dennoch als Hilfe.
"Ohne die Mehrwertsteuersenkung hätten wir die Preise anheben müssen", erklärt er. Steigende Kosten für Wareneinsatz, Lieferung und Personal ließen kaum Luft. "Die Senkung hilft dabei, diese Kosten abzufedern und die Preise stabil zu halten." Viele Gastronomen wollten sich zu ihrer Preisgestaltung gar nicht erst äußern.
Viele lokale Gastronomen wollen keine falschen Erwartungen wecken
Dass dies kein Einzelfall ist, überrascht Axel Klein vom Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Sachsen nicht: "Das Thema ist sehr sensibel, weil es auch die Gäste direkt betrifft", sagt Klein.
Vor allem viele lokale Gastronomen stünden wirtschaftlich unter Druck und wollten keine falschen Erwartungen wecken. "Günstiger wird es für die Gäste meist nicht, aber zumindest wird es nicht noch teurer", so Klein. "Die Steuersenkung hilft dabei, weitere Preissteigerungen abzufedern."
Sie sei eine echte Entlastung und schon längst überfällig. "Dass es seit Jahrzehnten unterschiedliche Steuersätze für Essen gibt, ist ungerechtfertigt. Wieso macht man einen Unterschied zwischen Vor-Ort-Verzehr und zum Mitnehmen?"
Gleichzeitig zeige die Maßnahme, was möglich ist, wenn die gesamte Branche zusammensteht: "Die Steuersenkung wird gemacht, um die Unternehmen zu stärken und nicht die Verbraucher."
Titelfoto: Kristin Schmidt

