In diesem sächsischen Klinikum operiert Kollege Roboter jetzt Kinder
Chemnitz - Im Klinikum Chemnitz operiert nicht nur menschliche Präzision, sondern auch Robotertechnik.
Die Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie hat nun als erste Einrichtung in ganz Deutschland erfolgreich roboterassistierte OPs mit dem "Versius"-Operationssystem bei Kindern durchgeführt.
Anfang des Jahres wurde das OP-Roboter-System für die Kinderchirurgie zugelassen. Seitdem bereitete sich das Team rund um Chefarzt Jurek Schultz (45) darauf vor. Der "Versius"-Roboter operiert dabei nicht autonom, sondern wird gesteuert.
Der Operateur sitzt an einer Konsole und nimmt die eigentlichen manuellen Maßnahmen vor. Diese werden dann über Mechanik und Elektronik auf die Instrumente übertragen, die im Körper des Patienten die Bewegungen des Chirurgen ausführen. Eine 3-D-Kamera sorgt für die Visualisierung.
"Während andere OP-Roboter meist mit acht bis zwölf Millimeter starken Instrumenten arbeiten, kommen hier erstmals extrem feine 5-Millimeter-Instrumente zum Einsatz", erklärt das Klinikum die Vorzüge des "Versius"-Systems.
Schnelle Erholung aufgrund von kleinen Zugängen möglich
Gerade bei Kindern, deren anatomische Strukturen besonders klein und deren Operationsräume häufig beengt sind, bietet das entscheidende Vorteile.
Schultz: "Die Kombination aus hochpräziser Steuerung, der außergewöhnlichen Flexibilität der feinen Instrumente und der 3-D-Sicht ermöglicht uns ein extrem gewebeschonendes Arbeiten." Die feinen Instrumente werden über besonders kleine Zugänge eingeführt, was in der Regel eine schnellere Erholung ermöglicht.
"Künftig soll die Technologie vor allem bei komplexen kinderurologischen Eingriffen oder dem Beheben angeborener Fehlbildungen sowie bei Operationen im Bauchraum eingesetzt werden", so das Klinikum.
In der Erwachsenenchirurgie wird das Operationssystem bereits seit 2021 am Klinikum genutzt.
Titelfoto: Klinikum Chemnitz (2)

