Inklusion an Schulen: Klappt das in Chemnitz?
Chemnitz - Inklusion soll Kindern mit Behinderungen denselben Zugang zu Bildung ermöglichen wie allen anderen. Doch wer wissen will, ob das in Chemnitz wirklich gelingt, stößt schnell an Grenzen.
Auf eine Anfrage von Linken und Grünen musste Bürgermeister Ralph Burghart (55, CDU) einräumen: Zu vielen zentralen Fragen rund um Inklusion an Schulen gibt es keine belastbaren Zahlen.
"Viele Daten werden nicht statistisch erfasst", schreibt der Bürgermeister. Klar ist: Zum Stichtag 26. November 2025 gab es in Chemnitz gut 2400 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Darunter: fast 800 mit dem Förderschwerpunkt Lernen und mehr als 400 mit Sprache.
Doch wie viele dieser Kinder scheitern im inklusiven System? Wie viele wechseln zurück auf Förderschulen? Unklar.
Vier Kinder mit Förderbedarf hatten zeitweise sogar keinen Schulplatz - ein Umstand, der nur auf Nachfrage bestätigt wird.
Auch Schüler aus anderen Landkreisen an Chemnitzer Schulen
Gleichzeitig besuchen fast 400 Förderschüler mit Förderbedarf aus anderen Landkreisen Chemnitzer Schulen. Die Stadt wird damit zum Inklusionsmagneten, ohne zu wissen, wie belastbar das eigene System ist. Selbst beim Thema Barrierefreiheit bleibt vieles Stückwerk.
Zwar listet die Verwaltung auf, welche Schulen Aufzüge, Rampen oder barrierefreie Sanitäranlagen haben - doch ein Gesamtüberblick fehlt. Einen Zeitplan für vollständige Barrierefreiheit gibt es nicht. Burghart räumt ein, dass viele Maßnahmen nur "schrittweise im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel" umgesetzt werden könnten.
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt (2)
