Jetzt auch per E-Lok erreichbar: Güter-Umschlagplatz in Chemnitz wird immer grüner

Chemnitz - Mehr Schiene, weniger Straße - dieses Umwelt-Mantra nimmt in Chemnitz als Projekt einer Spedition Fahrt auf: Hinter dem Südbahnhof führt das Gleis A1 in einen über 200 Meter langen Hallenverbund. Er ist Umschlagplatz für wöchentlich 4000 Tonnen Güter, die hier für die letzten Kilometer zum Zielort auf Lkw verladen werden.

Railport-Chef Michael Fricke (45) überwacht die Verladung von tonnenschweren Blechrollen.
Railport-Chef Michael Fricke (45) überwacht die Verladung von tonnenschweren Blechrollen.  © Uwe Meinhold

"Eine CO₂-neutrale Lieferkette ist möglich", sagt Michael Fricke (45), der den Railport als Betriebsteil der Callenberger Spedition Bauer leitet.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung: Das Logistikzentrum ist neuerdings per E-Lok erreichbar - dank der Elektrifizierung des gut zwei Kilometer langen Schienenweges bis zum Hauptbahnhof.

Ein anderer Baustein befindet sich auf dem Hallendach: 8000 Quadratmeter Solarfläche. "Der erzeugte Strom reicht für unseren Betrieb und zum Laden von E-Lastwagen", so Fricke.

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Von den zehn Bauer-Lastern am Railport fährt bisher einer elektrisch. "Ein weiterer ist bestellt."

Rund 80 Eisenbahnwaggons werden auf dem Gelände entlang der Fraunhofer Straße wöchentlich entladen. Vor allem Stahlblech, Draht, Papier und Zellstoff wechseln den fahrbaren Untersatz.

Am Railport Chemnitz wechseln schwere Güter von der Schiene auf Lkw.
Am Railport Chemnitz wechseln schwere Güter von der Schiene auf Lkw.  © Uwe Meinhold
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Mit einem Kran werden Draht- und Blechgebinde aus den Güterwaggons gehoben.
Mit einem Kran werden Draht- und Blechgebinde aus den Güterwaggons gehoben.  © Uwe Meinhold
Der Railport wurde von der Spedition Bauer gegründet, wird aber auch von anderen Transportunternehmen angesteuert.
Der Railport wurde von der Spedition Bauer gegründet, wird aber auch von anderen Transportunternehmen angesteuert.  © Uwe Meinhold

Kompletter Transport per Güterzug aktuell günstiger als mit Lkw

Güterzüge fahren zum Entladen direkt in den mehr als 200 Meter langen Hallenkomplex.
Güterzüge fahren zum Entladen direkt in den mehr als 200 Meter langen Hallenkomplex.  © Uwe Meinhold

Kostengünstiger als ein kompletter Transport per Lkw ist das nicht. "Aktuell ist es sogar teurer", sagt der Railport-Chef und benennt den wahren Treibstoff für den Wechsel zur Schiene: "Das sind Fahrermangel und Platzmangel. Es ist leichter, Mitarbeiter zu finden, wenn die im engeren Umkreis fahren und abends wieder zu Hause sind. Außerdem bietet der Railport begrenzt Lagerkapazitäten, die Stahlwerke nicht haben. Bis zu 30.000 Tonnen liegen bei uns in Spitzenzeiten."

Ein weiterer Ausbau in Richtung Kreislaufwirtschaft ist geplant: "Wir liefern Stahl an regionale Firmen. Die bei der Verarbeitung anfallenden Abfälle wollen wir zwischenlagern und gesammelt zurück an die Stahlwerke schicken."

Noch dieses Jahr soll Baubeginn für eine 1500 Quadratmeter große Halle sein.

Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)

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